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Peritoneum

Peritoneum PeritoneumDas Peritoneum ist die seröse Haut der Bauchhöhle. Es kleidet die innere Bauchwand aus, überzieht viele Bauchorgane und bildet Umschlagfalten, Mesenterien, Omenta und Bänder. Dadurch entstehen Räume, Recessus und Leitbahnen für Gefäße, Lymphbahnen und Nerven.Abb. 1: Peritoneum und Bauchorgane. Public domain: Gray's Anatomy / Wikimedia Commons.Kurzüberblick • Das Peritoneum besteht aus parietalem und viszeralem Peritoneum. • Die Peritonealhöhle ist ein potenzieller Raum mit wenig seröser Flüssigkeit.• Mesenterien, Omenta und peritoneale Ligamente sind Doppelschichten des Peritoneums.…

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Das Peritoneum ist die seröse Haut der Bauchhöhle. Es kleidet die innere Bauchwand aus, überzieht viele Bauchorgane und bildet Umschlagfalten, Mesenterien, Omenta und Bänder. Dadurch entstehen Räume, Recessus und Leitbahnen für Gefäße, Lymphbahnen und Nerven.

Abb. 1: Peritoneum und Bauchorgane. Public domain: Gray's Anatomy / Wikimedia Commons.

Kurzüberblick

• Das Peritoneum besteht aus parietalem und viszeralem Peritoneum.

• Die Peritonealhöhle ist ein potenzieller Raum mit wenig seröser Flüssigkeit.

• Mesenterien, Omenta und peritoneale Ligamente sind Doppelschichten des Peritoneums.

• Wichtige Räume sind der große Sack, der kleine Sack und der Zugang über das Foramen omentale.

Parietales und viszerales Peritoneum

Schicht

Lage

Innervation / Schmerz

Parietales Peritoneum

Kleidet Bauchwand, Zwerchfellunterseite und Beckenwand aus.

Somatisch innerviert; Schmerz eher scharf und gut lokalisierbar.

Viszerales Peritoneum

Überzieht Organe und bildet Umschlagfalten.

Viszeral innerviert; Schmerz eher dumpf, diffus und vegetativ begleitet.

Peritonealhöhle

Potenzieller Spaltraum zwischen beiden Blättern.

Gleitfläche; klinisch wichtig bei Aszites, Blut, Eiter oder Luft.

Peritoneale Lagebeziehungen

Bauchorgane werden nach ihrer Beziehung zum Peritoneum eingeteilt. Diese Einteilung hilft, Beweglichkeit, Operationszugang und Ausbreitungswege von Flüssigkeit oder Entzündung zu verstehen.

Lage

Beispiele

Merkmal

Intraperitoneal

Magen, Jejunum, Ileum, Appendix, Colon transversum, Sigma, Milz.

Meist beweglich und über Mesenterien/Bänder aufgehängt.

Sekundär retroperitoneal

Duodenum II-IV, Pankreas ohne Schwanz, Colon ascendens/descendens.

Ursprünglich intraperitoneal, später an hintere Bauchwand verwachsen.

Primär retroperitoneal

Nieren, Nebennieren, Ureteren, Aorta, V. cava inferior.

Von Beginn an hinter dem Peritoneum gelegen.

Subperitoneal

Harnblase, distaler Ureter, Teile des Rektums.

Unterhalb der Peritonealhöhle im Beckenbereich.

Großer Sack, kleiner Sack und Foramen omentale

Die Peritonealhöhle wird in den großen Sack und den kleinen Sack (Bursa omentalis) eingeteilt. Beide kommunizieren über das Foramen omentale. Der kleine Sack liegt vor allem dorsal des Magens und ventral des Pankreas.

• Großer Sack: Hauptanteil der Peritonealhöhle.

• Kleiner Sack: Bursa omentalis hinter Magen und kleinem Netz.

• Foramen omentale: Verbindung zwischen großem und kleinem Sack; klinisch wichtige Landmarke am Lig. hepatoduodenale.

Abb. 2: Großer Sack und kleiner Sack. Public domain: Gray's Anatomy / Wikimedia Commons.

Mesenterien, Omenta und Ligamente

Struktur

Verbindung

Inhalt / Bedeutung

Mesenterium

Darmabschnitt mit hinterer Bauchwand.

Gefäße, Lymphbahnen, Nerven und Fett.

Omentum majus

Von großer Kurvatur des Magens zum Colon transversum und nach kaudal.

Fettreich, beweglich, Schutzfunktion bei Entzündungen.

Omentum minus

Von Leber zu kleiner Magenkurvatur und Duodenum.

Lig. hepatogastricum und Lig. hepatoduodenale.

Lig. hepatoduodenale

Leberpforte zu Duodenum.

Portaltriade: Ductus choledochus, A. hepatica propria, V. portae.

Mesocolon

Colonabschnitt mit hinterer Bauchwand.

Versorgung und Aufhängung von Colon transversum oder Sigma.

Abb. 3: Peritoneale Umschlagfalten und Omenta. Public domain: Gray's Anatomy / Wikimedia Commons.

Suprakolisches und infrakolisches Kompartiment

Das Mesocolon transversum teilt den großen Sack funktionell in ein suprakolisches und ein infrakolisches Kompartiment. Das ist wichtig für die Ausbreitung von Flüssigkeit, Blut, Eiter und Tumorzellen.

• Suprakolisch: Leber, Magen, Milz und subphrenische/subhepatische Räume.

• Infrakolisch: Dünndarmschlingen, parakolische Rinnen und Beckenräume.

• Rechte parakolische Rinne kommuniziert besonders gut mit subhepatischen Räumen.

Peritoneale Räume und Recessus

Raum / Recessus

Bedeutung

Recessus subphrenici

Zwischen Zwerchfell und Leber; Abszesse können sich hier sammeln.

Recessus hepatorenalis (Morison-Pouch)

Tiefster Punkt des rechten oberen Abdomens in Rückenlage; wichtig bei freier Flüssigkeit.

Parakolische Rinnen

Leiten Flüssigkeit kranio-kaudal entlang des Colons.

Excavatio rectouterina

Douglas-Raum; tiefster Punkt der weiblichen Peritonealhöhle.

Excavatio rectovesicalis

Tiefster peritonealer Raum beim Mann.

Klinische Orientierung

Thema

Wichtige Aussage

Peritonitis

Entzündung des Peritoneums; akutes Abdomen, Abwehrspannung und Sepsisgefahr möglich.

Aszites

Freie Flüssigkeit in der Peritonealhöhle; häufig bei Leberzirrhose, Tumoren oder Herzinsuffizienz.

Pneumoperitoneum

Freie Luft intraabdominell; häufig Hinweis auf Perforation eines Hohlorgans.

Peritonealdialyse

Nutzt die Peritonealmembran als Austauschfläche.

Peritonealkarzinose

Tumoraussaat auf Peritonealoberflächen; wichtig bei gastrointestinalen und gynäkologischen Tumoren.

Omentum majus

Kann Entzündungsherde abdecken und wird deshalb manchmal als 'Polizist des Abdomens' bezeichnet.

Lernschema

• 1. Parietales und viszerales Peritoneum unterscheiden.

• 2. Intraperitoneale, retroperitoneale und subperitoneale Lagebeziehungen lernen.

• 3. Großen Sack, kleinen Sack und Foramen omentale räumlich verstehen.

• 4. Mesenterium, Omentum majus/minus und Ligamente als doppelte Peritonealblätter merken.

• 5. Flüssigkeitswege und klinische Räume wie Morison-Pouch und Douglas-Raum verknüpfen.

Zusammenfassung

Das Peritoneum ist eine seröse Membran, die Bauchwand und Organe miteinander verbindet, Räume bildet und Gefäße, Lymphbahnen sowie Nerven zu den Organen führt. Seine Falten und Kompartimente erklären viele anatomische und klinische Ausbreitungswege im Abdomen.

Referenzen

1) Anatomie-Lehrbücher

2) Gray H, Carter HV. Anatomy of the Human Body, 20th ed., 1918; Tafeln 1035, 1039, 1040.

3) Wikimedia Commons: Gray1035.png, Gray1039.png, Gray1040.png; Public Domain.

4) Peritoneum, Greater sac, Lesser sac und Omental foramen, Wikipedia / Wikimedia, zur Terminologie.

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