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Thoracic traumatology

Thoraxtraumatologie DefinitionVerletzungen, die durch Gewalteinwirkung auf die Thoraxorgane entstehen. Thorax ist ein volumenkonstanter Raum, daher keine Ausweichmöglichkeiten für kardiorespiratorisches System, wenn Raumforderung durch Blut, Luft, …Mögliche Differentialdiagnosen: Pneumothorax Spannungspneumothorax Hämatothorax Rippenfrakturen Kontusionen Lungenkontusionen, -rupturen Bronchusrupturen Keine Lungenausdehnung nach Thoraxdrainagen-Einlage Therapie: VATS Verletzungsarten Stumpfes Thoraxtrauma Breitflächige, hochenergetische Gewalteinwirkung Oft Begleitverletzungen - Polytrauma Zwei typische Verletzungsmuster: Frakturen der Thoraxwand Verletzungen der Thoraxviszera Inspektion: Atemtyp?…

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Definition

Verletzungen, die durch Gewalteinwirkung auf die Thoraxorgane entstehen. Thorax ist ein volumenkonstanter Raum, daher keine Ausweichmöglichkeiten für kardiorespiratorisches System, wenn Raumforderung durch Blut, Luft, …

Mögliche Differentialdiagnosen:

Pneumothorax

Spannungspneumothorax

Hämatothorax

Rippenfrakturen

Kontusionen

Lungenkontusionen, -rupturen

Bronchusrupturen

Keine Lungenausdehnung nach Thoraxdrainagen-Einlage

Therapie:

VATS

Verletzungsarten

Stumpfes Thoraxtrauma

Breitflächige, hochenergetische Gewalteinwirkung

Oft Begleitverletzungen - Polytrauma

Zwei typische Verletzungsmuster:

Frakturen der Thoraxwand

Verletzungen der Thoraxviszera

Inspektion: Atemtyp? Seitengleiche Atmung? Paradoxe Einziehung? Einflussstau?

Palpation: Weichteilemphsem? Nachschleppen einer Thoraxhälfte beim Atmen? Crepitatio?

Perkussion: Schachtelton (Pneu), Dämpfung (Hämatothorax)

Penetrierendes Thoraxtrauma

Ätiologie

Messer-/Stichverletzungen:

Gefährlich sind vor allem Fleischmesser-Verletzungen

Schussverletzungen

Unfälle

Therapie

Bei Eröffnung des Thorax

Notfallmässige Thoraxdrainagen-Einlage

Danach VATS (Videoassistierte Thorakoskopie)

Diagnostik

Anamnese und klische Unterschung

ABCDE- Regel (siehe dazu unter Polytrauma Notfall)

Prellmarken, Hämatom

Atmung - Inspektion

Zyanose

Atemtyp

Seitengleiche Atmung

Paradoxe Einziehung

Einflussstau

Palpation

Weichteilemphysem

Nachschleppen einer Thoraxhälfte beim Atmen

Krepitation

Perkussion

Schachtenton (Pneumothorax)

Dämpfung (Hämatothorax)

Hypovolämischer Schock

Bei ausgeprägten Blutverlusten

Dg: Richtige Seitendiagnose am Unfallort

Sonographie

Röntgen Thorax

Pneumothorax

Hämatothorax

Rippenfrakturen

Lungenverletzungen

CT

MRT

Bei Verletzungen:

Thorax-Rö

Evtl. Thorax-CT

Schlucktaktröntgen (KM wasserlöslich)

Bei Hämopnoe  Notfallsfiberbronchoskopie, evt. Ösophagoskopie

Schnelles Handeln ist oft entscheidend!

Contusio thoracis

Definition: Prellung des Brustkorbes (des rechten, des linken, oder beide Seiten)

Ursache: Trauma (Sturz, Verkehrsunfall, ...), die meisten Patienten geben an gestürzt zu sein und sich am (Hemi)Thorax verletzt zu haben, seither Schmerzen in der linken/rechten Thoraxhälfte.

Befund: Schmerzen linke/rechte Thoraxhälfte, Schmerzen im Bereich des Bruskorbes, Schmerzen vor allem bei tiefer Inspiration, sowie beim Lagerungswechsel. Der Patient klagt über Schmerzen bei der Atmung, auskultatorisch der Patient gut belüftet, In Ruhe der Patient beschwerdefrei, kein Dyspnoe, keine Atemnot, Prellmarken können vorhanden sein, zB. oberflächliche Hautläsion am Brustkorb links über der 6. bis 7. Rippe zwischen vorderer und Medioclavicularlinie, Druckschmerz sowie Hämatomverfärbung im Hemithorax rechts/links auf Höhe der 6.7. Rippe, ansonsten keine weiteren Beschwerden, keine Krepitation, kein Hautemphysem, Durchatmung und Hustenschmerz, kein Bluthusten, seitengleich belüftet, Abdomen und Wirbelsäule frei

Röntgen: Thorax, um Pneumothorax und Pleuraergüsse auszuschließen, kein Hautemphsem, Knöcherne Röntgenaufnahmen, um knöcherne Verletzungen auszuschließen.

Therapie: Schonung, Kryotherapie, Hochlagerung, Schmerzmittel bei Bedarf, Observanz, Sofortige Kontrolle bei Zunahme der Beschwerden, sowie bei Atemnot. Etwaige Arbeitsunfähigkeitsschreibung bei Bedarf. Die Schmerzen am Thorax halten etwa 3 bis 6 Wochen an.

Rippenfrakturen

Können mehrere betroffen sein

Seitendifferente Atmung

Crepitatio

Instabile Thorax (paradoxe Atmung)

Stark  Intubation und Beatmung (7-10d)

Rippenosteosynthese ist überflüssig und obsolet

Thoraxdrainage bei Komplikationen wie Pneumo-, und Hämatothorax

Analgetika

Thorakozentese- Bereitschaft

Pneumothorax

Ätiologie:

Luftleck in den „Luft-Organen“

Leck in Thoraxwand

Kombination aus oberen beiden Ursachen

 Partielle bis totale Kollaps der Lunge

Weichteilemphysem bei Lungenanspießung an der Einstichstelle – ausbreitend

Wenn Lufteintritt ins Mediastinum  Emphysem mediastinal und über Jugulum/Hals mantelförmig ausbreitend

Spontanpneu Klinik gering bis moderat, kann sich aber verschlechtern

Spannungspneumothorax: Ventilstenose an Luftaustritts-, oder Eintrittsstelle – Vorsicht bei Intubation und pos. Druckbeatmung

Folgen: Beatmungswiderstand steigt, Zyanose, prominente Halsvenen  kardialer Auswurf und art. Druck sinkt, Puls steigt, möglicherweise Weichteilemphysem bzw. verstärkend falls einer da

Therapie: Notfallsmäßige Thorakozentese – aber nur bei intubierten und beatmeten Patienten

Mehr dazu siehe unter „Pneumothorax“.

Hämatothorax

 Ätiologie: Blutung aus Interkostalästen bzw. Markraum bei Rippenfraktur  Thoraxdrainage

Wenn dramatisch  thorakale Notoperation

Volumenersatz

Schockbekämpfung

Kein Drain, wenn irrtümlich gelegt nach 500-700 ml abklemmen, ! Sonst Ausbluten

Lungenkontusion

Zerreißungsherde im Parenchym

Pleura visceralis häufig intakt

Hämoptoe

Therapie: kontusionierte Areale für Belüftung ausfallend  bei Akutphase Intubation und Respiratortherapie + mehrmals am Tag Bronchialtoilette

ARDS-Gefahr bei schweren Fällen

Diagnose:

Thorax-Röntgen

Notfallbronchoskopie

CT

Komplikationen: 

Durchreißung der Kontusion

Hämatopneumothorax

Superinfektion

Zerfall mit Abzessbildung

Therapie:

Atemwege freihalten, auf die kranke Seite lagern, bilateral: Oberkörper tief lagern, Hämoptoe: Intubieren und Absaugen

Lungenruptur

Eine Lungenruptur entsteht als Folge einer schweren stumpfen Lungentrauma mit breitflächigen, kinetischen Energie, Lunge ist in Inspiration, Glottis offen

Folgen: 

Schocksymptomatik, Hämopnoe, Hämatopneumothorax (oft unter Spannung), tiefe Risse: möglicherweise irreparable Schäden

Therapie: 

Schockbekämpfung, Intubation, Notfallsdrainage, Absaugen, Kontusionslagerung, Notfallresektion, gezielte Nähte, ohne Resektion oft selten möglich

Prognose:

Restlungenaspiration, schwere kollateraler Kontusionen

Komplikationen:

ARDS durch Aspiration und Schock

Bronchus-, Tracheobronchialruptur

Entstehung gleich wie bei Lungenruptur, aber Glottis ist geschlossen

Entweder längst am paries membranaceus oder quer entlang der Knorpelstangen

Folgen: 

Pneumothorax

Mediastinalemphysem

Dyspnoe

Hämatopnoe

Therapie:

(Intubation, Beatmung  Spannungspneu; Notfallsdrainage  an Drain nicht saugen)

Naht der Ruptur

Reanastomosierung

Zwerchfellruptur

Bei Inspiration Zwerchfell gespannt und durch stumpfer Energie auf untere Thoraxapertur

Symptome:

Schulterschmerzen (N.phrenicus)

Enterothorax: li. Magen, Milz, Darm und selten re. Leber

Abdominelle Beschwerden

Ileus

Magenschmerzen und Dysphagie

Gangrän der inkarzerierten Organe

Diagnosesicherung:

Thorax-Rö

Schluckaktröntgen

Therapie:

Reposition des Enterothorax

Zwerchfellnaht

Perforierendes Thoraxtrauma

Stich- und Schußverletzungen, Lazerationen durch Karosserieteile und Pfählungsverletzungen

Therapie: 

Schockbekämpfung

Keine dichte Verklebung der Thoraxwunden

Evl. Notfallsdrainage (siehe Details unten)

Evtl. Lagerungsverfahren wegen möglicher Lungenverletzungen,

Pfählungen nicht extrahieren wegen Blutungsgefahr, sondern abschneiden

Lineare Schußverletzungen sind wegen Rippen selten, daher bei Zweifel Thorakotomie

bei Pfählengen über dem Fremdkörper Thorakotomie und Entfernung unter direkter Sicht

Wenn Patient intubiert und beatmet Sog am Drain nicht erforderlich, Rückschlagventil am Drain anschließen falls vorhanden

Also: Thoraxtraumapatient mit schwerer Dyspnoe bzw. Oxygenationsstörung  Intubation, Beatmung nicht schlagartig besser werdend  digitale Notfallsthorakozenthese  Sog hier nicht erforderlich

Fingerassistierte Notfallsthorakozentese

Offene Thoraxdrainageanlegung unter fingergestützter Eröffnung des Pleuraraums, Palpation der Pleurahöhle

Instrumente: Skalpell, Schere, Drain (z.B. Endotrachealtubus, Cuff intrathorakal aufgeblasen), Klemme, Naht

Lokalisation: Lateral zwischen der vorderen und mittleren Axillarlinie, nie unterhalb der Mamillen

OP-Verfahren: Hautinzition (2-3 cm), Präparation mit dem Finger bis zur Pleurahöhle, (evtl. mit Vorsicht Scherenhilfe), Palpation der Pleuhöhle, mögliche Diagnosen! Entlastung, evtl. Dauerentlastung mit Einführen eines Drains (endotrachealtubus (Charr. 36-37), der Cuff intrathorakalaufgeblasen! Bzw. im Spital ein Standarddrain statt Tubus

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