logos
📚 📈 ⭐
Seite 1 / 10 100% Version: Basics 📄 View PDF

Emergency: traumatic brain injury

Schädelhirntrauma (SHT) Definition: Ein Verletzung von Schädel und Gehirn 200-300/ 100 000 Einwohner erleiden jährlich ein Schädelhirntrauma. 60-90 % sind Polytraumapatienten 60-70 % haben auch eine Wirbelsäulenverletzung 45 % Mortalität bei Polytrauma mit schwerem SHT 10 % intrakranielles Hämatom 10-15 % Hypotonie, Mortalität verdoppelt bei RR < 90 syst. 15-20 % Hypoxämie Komplikationen Intrakranielle Blutung Commotio cerebri ohne Schädelfraktur: < 2 % Commotio cerebri mit Schädelfraktur: ca. 10 %Bewusstlosigkeit und/oder Amnesie, GCS < 15, Kopfschmerzen, Erbrechen, fokale neurologische Defizite:…

Log in or create a free account to keep reading.

Schädelhirntrauma (SHT)

Definition:

Ein Verletzung von Schädel und Gehirn

200-300/ 100 000 Einwohner erleiden jährlich ein Schädelhirntrauma.

60-90 % sind Polytraumapatienten

60-70 % haben auch eine Wirbelsäulenverletzung

45 % Mortalität bei Polytrauma mit schwerem SHT

10 % intrakranielles Hämatom

10-15 % Hypotonie, Mortalität verdoppelt bei RR < 90 syst.

15-20 % Hypoxämie

Komplikationen

Intrakranielle Blutung

Commotio cerebri ohne Schädelfraktur: < 2 %

Commotio cerebri mit Schädelfraktur: ca. 10 %

Bewusstlosigkeit und/oder Amnesie, GCS < 15, Kopfschmerzen, Erbrechen, fokale neurologische Defizite:

Vorhandensein eines Parameters: ca. 10 %

Vorhandensein von mehr als einem Parameter: ca. 25 %

Begleitverletzungen: 10 % Gesichts- und 5 % Wirbelsäulenverletzungen.

Meningitiden: Schädelbasisfrakturen mit Eröffnung von Sinus (Rhinoliquorrhoe), des Mittelohrs oder von Mastoidzellen (Otoliquorrhoe).

Stumpfes Schädelhirntrauma: Diffuse Hirnschädigung

Geschlossenes SHT: Extrazerebral (Subduralhämatom, Epiduralhämatom); Intracerebral (Kontutionen, Subarachnoidalblutung, Ventrikelblutung)

Offenes SHT (Fraktur, Pneumatozephalus, Schussverletzung)

GCS (Chirurgie, Felix Largiader and Co, 11. Auflage, 2016)

Die primären Folgen sind nicht kausal behandelbar, aber die sekundären wie Hämatome und Ödeme sind behandelbar.

Jedes SHT hat ein akutes Initialsyndrom.

Leichtes SHT: GCS 13-15

Mittelschweres SHT: GCS 9-12

Schweres SHT: GCS 3-8

Risiko-Einteilung für sekundäre intrakranielle Blutung

Niedriges Risiko

Asymptomatisch

Kopfschmerzen

Schwindel

Skalphämatom

Skalplazeration

Skalpkontusion oder –abrasion

Mittleres Risiko – Commotio cerebri (Sofortige Hirnfunktionsstörung, v.a. Bewusstlosigkeit und vegetative Störungen, mit völliger Rückbildung der klinischen Symptome)

GCS < 15

Posttraumatische Bewusstlosigkeit

Progressive Kopfschmerzen

Alkohol- oder Medikamentenintoxikation

Unklarer Unfallhergang

Epileptischer Anfall

Erbrechen

Multiple Verletzungen

V.a. Schädelfraktur

V.a. perforierende Schädelverletzung

Kinder unter 2 Jahren

Hohes Risko – Cotusio cerebri (Traumatische Hirngewebsschädigung mit neurologischen Herdsymptomen und/oder psychischen Ausfällen.)

Somnolenz

Fokale Neurologische Ausfälle

Zunehmende Eintrübung

Perforierende Schädelverletzung

Kinder unter 2 Jahren

ABKLÄRUNGEN

Anamnese

Klinische Untersuchung und Neurostatus

Lokalbefund

Bewussseinslage

Vitalparameter

Patienten mit mittlerem und hohem Risiko sowie bei fraglicher Impression in der Kalotte, Oto- und Rhinorhoe oder Brillen- bzw. Monokelhämatom: CT-Schädel und HWS

Patienten mit hohem Risiko sowie bei GCS < 13, V.a. Impressions bzw. Schädelbasisfraktur oder sekundärer GCS-Verschlechterung >= 2: CT-Schädel und HWS, evtl. Kontroll CT nach 12-24h

Labor: Elektrolyte, Hb, Hämatokrit, Leukozyten, Bilanz

Therapie

1-) RR mindestens 120 syst., MAD 90

2-) Normokapnie: etCO2 36-40 mmHg

3-) Normoxämie: Sättigung > 95 %

4-) Normothermie

5-) Normoglykämie: BZ < 150 mg%, Keine glucosehältige Lösung

6-) Volumen: isotone Lösungen (Elomel Isoton), Kolloide (Voluven), keine hypotone Lösungen (kein Ringer-Laktat, keine Glucose), Ringeracetat

7-) Kreislaufunterstützung: Katecholamine

8-) Leichtes oder mittelschweres SHT: O 2 Maske

9-) Schweres SHT: Narkose (Intubation und Beatmung)

10-) Oberkörper 20-30 Grad hochlagern, gelockerte Bettruhe, Kopf gerade ausrichten, Narkose, Blutzuckerkontrolle, Vermeidung einer Hyperthermie

11-) Initial nüchtern, Kostaufbau nach 12 Stunden nach Klinik

12-) Initial kein Heparin

13-) Keine Schlafreserve

14-) Keine Opiate

15-) Ondansetron bei Übelkeit,

16-) Kein Paspertin, kein Primperan

17-) Analgesie

18-) Antibiotika bei Pneumokranium, bei offener Schädelfraktur oder fronto- bzw. temporobasalen Schädelfrakturen: Co-Amoxicillin

19-) Intubation bei:

GCS <= 8

Atmungsinsuffizienz

Aspirationsgefahr

St. n. Hypoxie

Gravierende Zusatzverletzungen

Stabilisierung der Halswirbelsäule, Versorgung der von Begleitverletzungen, EKG, RR, Pulsoxie, Kapnometrie, Atemwegsmonitoring, ev. Blutgasanalyse, Schonendes Transportmittel, Transport an Krankenhaus mit Neurochirurgie.

Folgende vermeiden:

Hypotonie (120 syst.),

Sättingung unter 95%,

Sedierung ohne Intubationsbereitschaft,

Husten

Pressen

Bewegung des Kopfes

Hypotone Lösungen

Glucoselösungen (Laktazidose)

Hypoventilation (etCO2 > 40)

Hyperventilation (etCO2 < 30)

Hyperthermie

Bei Kindern:

Modifizierte GCS:

Zur stationären Überwachung im Kinderspital bei Alter < 5 Jahren.

PROCEDERE

Ambulante Patienten:

Patienten mit niedrigem Risiko

Informationsblatt mitgeben.

Klinische Verlaufskontrolle am nächsten Tag beim Hausarzt.

Stationäre Patienten:

Patienten mit mittlerem und hohem Risiko

BD und Puls-Kontrolle alle 8 Stunden

Pupillen und GCS:

½ stündlich die ersten 6 Stunden

1 stündlich 7-12 Stunden

2 stündlich 13-18 Stunden

3 stündlich 18-24 Stunden.

Körperliche Schonung

Vermeiden starker audiovisueller Reize für 2 Wochen

Kontrolle in den nächsten Tagen beim Hausarzt

Intensivstation bei:

Schädelfraktur

Bewusstlosigkeit > 5 Minuten

GCS < 15

Verlegung Zentrumsspital bei:

Intrakranielles Hämatom

Impressionsfraktur bei grösser ½ Kortikalisbreite

Gesichtsschaedelfrakturen in Rücksprache mit MKG

medwissen.ch