Die Medizin beschäftigt sich mit dem Aufbau und der Funktion des menschlichen Körpers sowie mit der Erkennung, Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten.
Das Studium der Medizin umfasst viele verschiedene Bereiche. Dazu gehören die Anatomie, Physiologie, Biochemie, Pathologie, Pharmakologie, Mikrobiologie, Immunologie sowie die verschiedenen klinischen Fächer.
Grundsätzlich ist es wichtig, zuerst zu verstehen, wie der gesunde Körper aufgebaut ist und funktioniert. Danach kann man verstehen, was sich bei einer Erkrankung verändert und welche Symptome dadurch entstehen.
Wichtige Bereiche der Medizin
Die Anatomie beschäftigt sich mit dem Aufbau des menschlichen Körpers.
Dazu gehören:
Organe
Knochen
Muskeln
Gefäße
Nerven
Bindegewebe
Organsysteme
Wichtige Organsysteme sind zum Beispiel:
Herz-Kreislauf-System
Atmungssystem
Gastrointestinaltrakt
Nervensystem
Harnsystem
Fortpflanzungssystem
Hormonsystem
Immunsystem
Bewegungsapparat
Die Physiologie beschäftigt sich mit der normalen Funktion des Körpers.
Beispiele:
Wie funktioniert das Herz?
Wie wird die Atmung gesteuert?
Wie wird Nahrung verdaut?
Wie funktioniert die Niere?
Wie entsteht ein Nervenimpuls?
Wie werden Hormone gebildet und reguliert?
Die Pathologie beschäftigt sich mit den Veränderungen, die durch Krankheiten entstehen.
Dabei wird untersucht:
Was ist die Ursache einer Erkrankung?
Was verändert sich im Körper?
Welche Organe sind betroffen?
Wie entstehen die Symptome?
Krankheitsursachen
Krankheiten können verschiedene Ursachen haben.
Dazu gehören unter anderem:
Infektionen
genetische Ursachen
Autoimmunerkrankungen
Stoffwechselstörungen
Durchblutungsstörungen
Verletzungen
Tumorerkrankungen
hormonelle Störungen
Umweltfaktoren
psychische Faktoren
Lebensstilfaktoren
Symptome
Ein wichtiger Teil der Medizin ist die Beurteilung von Symptomen und Beschwerden.
Häufige Symptome sind:
Schmerzen
Fieber
Müdigkeit
Übelkeit
Erbrechen
Schwindel
Atemnot
Husten
Durchfall
Verstopfung
Gewichtsverlust
Gewichtszunahme
Hautveränderungen
Bewusstseinsstörungen
Ein Symptom allein reicht meistens nicht für eine Diagnose. Wichtig ist die Kombination aus Anamnese, klinischer Untersuchung und weiteren Untersuchungen.
Anamnese
Die Anamnese ist die Befragung des Patienten.
Dabei werden unter anderem erfragt:
aktuelle Beschwerden
Beginn und Dauer der Beschwerden
Schmerzart und Schmerzintensität
Vorerkrankungen
Operationen
Medikamente
Allergien
Familienanamnese
Sozialanamnese
Lebensgewohnheiten
Eine gute Anamnese ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik.
Klinische Untersuchung
Nach der Anamnese folgt die körperliche Untersuchung.
Wichtige Untersuchungstechniken sind:
Inspektion
Der Patient wird angeschaut.
Beispielsweise:
Hautfarbe
Hautveränderungen
Schwellungen
Wunden
Atembewegungen
Palpation
Der Körper wird abgetastet.
Beispielsweise:
Druckschmerz
Abwehrspannung
Organvergrößerungen
Schwellungen
Pulse
Perkussion
Der Körper wird abgeklopft.
Dadurch können beispielsweise Rückschlüsse auf Luft, Flüssigkeit oder bestimmte Veränderungen eines Organs gezogen werden.
Auskultation
Mit dem Stethoskop werden Körpergeräusche abgehört.
Beispiele:
Herztöne
Atemgeräusche
Darmgeräusche
Gefäßgeräusche
Diagnostik
Nach Anamnese und klinischer Untersuchung können weitere Untersuchungen notwendig sein.
Dazu gehören:
Labor
Sonographie
Röntgen
CT
MRT
Endoskopie
EKG
EEG
Biopsie
Welche Untersuchung durchgeführt wird, hängt von den Beschwerden und der vermuteten Erkrankung ab.
Labor
Im Labor können verschiedene Werte untersucht werden.
Beispiele:
Blutbild
Elektrolyte
Nierenwerte
Leberwerte
Entzündungswerte
Blutzucker
Gerinnungswerte
Hormone
Blutgase
Tumormarker
Laborwerte müssen immer im Zusammenhang mit dem Patienten und den anderen Befunden beurteilt werden.
Diagnose
Eine Diagnose beschreibt, welche Erkrankung beim Patienten vorliegt.
Die Diagnose wird aus verschiedenen Informationen zusammengesetzt:
Nicht jede Erkrankung kann mit einer einzigen Untersuchung festgestellt werden.
Therapie
Nach der Diagnose wird eine geeignete Behandlung festgelegt.
Mögliche Therapieformen sind:
Medikamente
Operation
Physiotherapie
Psychotherapie
Strahlentherapie
Chemotherapie
Immuntherapie
interventionelle Verfahren
Ernährungsmedizin
Manchmal werden mehrere Therapieformen miteinander kombiniert.
Prävention
Medizin beschäftigt sich nicht nur mit der Behandlung von Krankheiten, sondern auch mit deren Vorbeugung.
Dazu gehören:
Impfungen
Vorsorgeuntersuchungen
Früherkennung
gesunde Ernährung
Bewegung
Rauchstopp
Vermeidung vom Alkoholkonsum
Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker
Akutmedizin und Notfälle
In der Medizin gibt es Situationen, in denen schnelles Handeln notwendig ist.
Wichtige Notfälle sind beispielsweise:
Herzstillstand
Herzinfarkt
Schlaganfall
schwere Blutung
Sepsis
Anaphylaxie
schwere Atemnot
Schock
schwere Verletzungen
Bei Notfällen müssen zunächst die lebenswichtigen Funktionen beurteilt und stabilisiert werden.
Wichtige Fachrichtungen der Medizin
Die Medizin besteht aus vielen verschiedenen Fachrichtungen.
Innere Medizin
Behandlung von Erkrankungen der inneren Organe.
Dazu gehören unter anderem:
Kardiologie → Herz
Gastroenterologie → Magen-Darm-Trakt
Hepatologie → Leber
Pneumologie → Lunge
Nephrologie → Niere
Endokrinologie → Hormone und Stoffwechsel
Hämatologie → Blut
Onkologie → Tumorerkrankungen
Chirurgie
Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen durch operative Eingriffe.
Dazu gehören beispielsweise:
Allgemeinchirurgie
Viszeralchirurgie
Unfallchirurgie
Gefäßchirurgie
Herzchirurgie
Neurochirurgie
Weitere wichtige Fachrichtungen
Neurologie
Psychiatrie
Dermatologie
Pädiatrie
Gynäkologie und Geburtshilfe
Urologie
Augenheilkunde
HNO
Orthopädie
Radiologie
Anästhesiologie
Notfallmedizin
Allgemeinmedizin
Grundprinzip des medizinischen Denkens
Beim Lernen und in der klinischen Praxis ist es wichtig, nicht nur einzelne Krankheiten und Symptome auswendig zu lernen.
Man sollte versuchen, Zusammenhänge zu verstehen:
Symptom → mögliche Ursache → Pathophysiologie → Untersuchung → Diagnose → Therapie
Zum Beispiel:
Bauchschmerzen → mögliche Erkrankung des Gastrointestinaltraktes → klinische Untersuchung → Labor/Ultraschall/CT → Diagnose → entsprechende Therapie
Zusammenfassung
Medizin beschäftigt sich mit dem gesunden und kranken menschlichen Körper.
Für das Verständnis von Krankheiten sind vor allem folgende Bereiche wichtig:
Anatomie → Wie ist der Körper aufgebaut?
Physiologie → Wie funktioniert der Körper?
Pathologie → Was verändert sich durch eine Krankheit?
Diagnostik → Wie erkennen wir die Krankheit?
Therapie → Wie behandeln wir die Krankheit?
Prävention → Wie können wir Krankheiten verhindern?
Das Ziel der Medizin ist es, Krankheiten möglichst früh zu erkennen, zu behandeln und zu verhindern und die Gesundheit und Lebensqualität des Patienten zu erhalten oder zu verbessern.