Nebenschilddrüse: Durchschnittlich 4 bis 3-5mm große Organe, die sich hinter der Schilddrüse an der Schilddrüsenkapsel befinden. Nebenschilddrüse produziert das Parathormon (PTH), welche die Kalzium- und Phosphat-Spiegel im Blut kontrolliert. Das PTH erhöht Kalzium-Spiegel, senkt Phosphat-Spiegel, stimuliert die Bildung vom aktivem Vitamin D. Nebenschilddrüse spielt daher eine große Rolle im Knochenstoffwechsel.
Parathormon (PTH) ist ein Polypeptid mit 84 Aminosäuren, das sich an die entsprechenden Rezeptoren bei der Niere und Skelett bindet. Genetische Information hierfür ist auf dem kurzen Arm des Chromosoms 11. Das Parathormon ist der Gegenspieler vom Calzitonin, welches ich den C-Zellen der Schilddrüse produziert wird und Calziumspiegel senkt und in Knochen einbaut.
Definition: Unterfunktion der Nebenschilddrüse. Niedriges oder fehlendes Parathormon führt zu einem erniedrigten Kalzium- und Vitamin D-Spiegel sowie erhöhtem Phosphatspiegel (Hyperphosphatämie).
Entfernung im Rahmen einer Schilddrüsenoperation, kann auch bis 6 Monate nach einer Operation bestehen.
Autoimmun
Genetisch (kongenital): selten, im Kindesalter
Idiopathisch
Ermüdung
Muskelschmerzen/Krämpfe
Kribbeln, Taubheit
Anfallartige Muskelverkrämpfungen
Gelenk- und Knochenschmerzen
Bewusstseinsstörung
Konzentrationsschwäche
Schlafstörung
Ängstlichkeit
Taurigkeit/Depression
Seltene Symptome
Alopezie
Kopfschmerzen
Verdauungsstörungen
Kataraktbildung
Trockene und spröde Haut
Chvostek-Zeichen: Gesichtsmuskelkontraktion nach Klopfen auf N. vagus
Trousseau-Zeichen: Pfötchenstellung der Hand nach Aufpumpen der Blutdruckmanschette
Faust-Zeichen
Kalzium- und Vitamin D-Substitution
Phosphatbinder, verhindern Aufnahme vom Phosphat
Evtl. Diuretika
Während der OP versehentlich entfernte Nebenschilddrüsen können in einem Muskel wieder autotransplantiert werden.
Definition: Überfunktion der Nebenschilddrüse.
Folgende Formen werden unterschienden:
-) Primärer Hyperparathyreoidismus
-) Sekundärer Hyperparathyreoidismus
-) Tertiärer Hyperparathyreoidismus
Definition: Überfunktion der Nebenschilddrüse durch ein Adenom oder Hyperplasie aller 4 Drüsen. In 2,5 - 13 % aller operierten kommen Doppeladenome oder asymetrische Adenome vor.
Häufigkeit: 500 – 600 / 100 000 Einwohner
Ursachen:
Einzelnes Adenom (84%)
Mehrdrüsenerkrankung (5%)
Nebenschilddrüsenkarzinom (1%)
Genetisch
Verschiedene Erkrankungen
MEN-Syndrome
Folgen: Hyperkalziämie, Hypophosphatämie
Symptome: 20-30 % symptomatisch
Rez. Urolithiasis/Nephrolithiasis
Knochendemineralisierung
Knochenschmerzen
Ostitis fibrosa cystica
Hyperkalzämie mit
Müdigkeit
Depression
EKG-Veränderungen
Hypertonie
Pankreatitis
Tumoren
Knochentumoren
Knochenmetastasen
Osteoklastische Metastasen (z.B. Mammametastasen)
Machen auch Hyperkalzämie
Paraneoplastisches Syndrom
Vitamin D-Intoxikation
Sarkoidose
-) Labor: Parathormon, Ca, Phosphat, Hormonstatus, Nierenwerte
-) Sonographie: 80-90 % findet man ein Adenom
-) CT
-) MR
-) Szintigraphie: In 80-90 % mit Sestamibiscan nachweisbar
-) Skelettröntgen
-) Knochendichtemessung
-) Alle symptomatische HPT
-) Asymptomatische HPT, wenn Compliace für Kontrollen nicht gut ist, da 25 % in symptomatische übergehen
Atypische Gewebslokalisationen: 10-15 % aller Nebenschilddrüsen
-) Vorderes oder hinteres Mediastinum
-) Intrathyreoidal
Exploration der Nebenschilddrüsen, Biopsie, Extripation vergrößerter Drüsen, Zwei-Drittel Resektion einer Drüse wenn alle Drüsen hyperplastisch sind.
Es ist eine renal-bedingter HPT, welche bei den meisten Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz auftritt.
Ursachen: Hypocalciämie durch Phosphatretention, verminderte Calcium-Resorption durch 1,25-Dihydroxy-Vitamin-D-Produktion.
Folgen: Knochenresorption, Weichteilverkalkung, neuropsychische Symptome
Labor: Hypocalziämie, Hyperphosphatämie, erhöhtes PTH
Therapie: Calcium-Aufrechterhaltung, Nierentransplantation, Operation
Starke Knochensymptome
Pruritus
Weichteilverkalkungen
Serumcalcium/-Phospat-Quotient > 70
Subtotale Parathyroidektomie (3 ½ Drüsenresektion), Total Parathyroidektomie mit hererotrope Autotransplantation in den M. brachioradialis und Kryopräsentation eines intakten Drüsenstückes als Gewebsreserve.
Definition: Wenn der sekundärer Hyperparathyreoidismus vom Calzium unabhängig und autonom wird, vor allem bei langjährigen Dialysepatienten, die z.B. auch nach einer Nierentransplantation bestehen bleibt.
Therapie: Chirurgische Entfernung der Nebenschilddrüsen, entweder subtotal oder totale Parathyreoidektomie
Selten
Therapie: Radikale Entfernung