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Tumors of the liver and bile ducts

Lebertumore Definition: Lebertumore sind Raumforderungen der Leber. Symptome: Oberbauchschmerzen frühes Sättigungsgefühl Völlegefühl Übelkeit Ikterus Einteilung: Primäre Lebertumore Gutartige: Adenom Fokal noduläre Hyperplasie Hämangiome Bösartige: HCC CCC Hepatoblastom Sekundäre Lebertumore: Metastesen von folgenden bösartigen Tumoren: Kolorektales Karzinom NEN Non-KRK Non-NET Siehe Details weiter unten. Leberresektion:Die Indikation zur Leberresektion sollte am besten im Rahmen eines interdisziplinären Tumorboards gestellt werden. Weiters wichtig ist die Chemotherapie sowie eventuell notwendige Augmentation vor der Leberresektion.…

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Lebertumore

Definition:

Lebertumore sind Raumforderungen der Leber.

Symptome:

Oberbauchschmerzen

frühes Sättigungsgefühl

Völlegefühl

Übelkeit

Ikterus

Einteilung:

Primäre Lebertumore

Gutartige:

Adenom

Fokal noduläre Hyperplasie

Hämangiome

Bösartige:

HCC

CCC

Hepatoblastom

Sekundäre Lebertumore: Metastesen von folgenden bösartigen Tumoren:

Kolorektales Karzinom

NEN

Non-KRK

Non-NET

Siehe Details weiter unten.

Leberresektion:

Die Indikation zur Leberresektion sollte am besten im Rahmen eines interdisziplinären Tumorboards gestellt werden. Weiters wichtig ist die Chemotherapie sowie eventuell notwendige Augmentation vor der Leberresektion. Weiters wichtig:

Patientenoptimierung

Diagnostik

Perioperatives Management mit enhanced recovery Programmen (ERAS)

Wichtig für Resektabilität:

Bildgebende Resektabilität

Komorbidität

Inflow (Pfortader, Leberarterie)

Outflow (Lebervenen)

Biliäre Drainage

Leberfunktion

Ausreichendes Leberrestvolumen

Präoperative Abklärung:

Schichtbildgebung

CT

MRI Angio/MRCP mit Kontrastmittel

PET-CT: bei Verdacht auf Metastasen

3D-Rekonstruktion

Lebervolumetrie sowie Berechnung des FLR

Bei Resektion von 3 oder mehr Segmenten

ICG (Indocyanine Green)-Leberfunktionstest, evtl. auch Limax (Maximum Liver Function Capacity) und HIDA (Hepatobiliary Iminodiacetic Acid)-Scan

Bei größeren Leberresektionen

Bei HCC oder anderen Tumoren

Nach Chemotherapie

Toxische Leberfunktionsstörung

Transjuguläre Pfortaderdruckmessung mit Leberbiopsie bei V.a. portale Hypertension und Leberpathologie

Perkutane transhepatische Cholangiodrainage des FLR bei hilären Tumoren mit obstruktiver Cholestase des FLR zur besseren Visualisierung und Dekompression des biliären Systems

Pfortaderdruckmessung mit transjugulärer Leberbiopsie bei Splenomegalie, Umgehungskreisläufe oder Thrombozytopenie (Portale Hypertonie?)

Wenn HPVG > 10 deutliche Steigerung des perioperativen Risikos

Präoperative Staging:

Staging CT mit arteriellr und portalvenöser Phase: Resektabilität?

MRI Leber mit Kontrastmittel (Primovist):

Tumorausmass dargestellt

Besser unmittelbar vor der Operation nach Chemo: Downsizing dargestellt

Spätphase des Kontrastmittel als Leberfunktionsparameter

Leberfunktionsmessung:

Um tolerierbare Lebervolumsresektion abzuschätzen

Um postoperative Dysfunktion zu vermeiden

Limax-Messung (früher ICG-Clearence)

Verbleibende Lebervolumen (future liver remnant (FLR))

30% einer gesunden Leber ausreichend

Mit eher postoperativ kritischem Verlauf

40% bei erkrankter Leber oder St. n. 3 Monate Chemotherapie

Extensive Chemotherapie

Hepatozelluläres Karzinom (Fibrose?, Zirrhose?)

Metabolisches Syndrom

Bei kleinem FLR sollte eine Augmentation durchgeführt:

Perkutaner Pfortaderembolisation (PVE) des zu resezierenden Leberanteils. Mindestens 4 Wochen danach die Leberresektion möglich.

ALPPS (Associating liver partition and portal vein ligation for storaged hepatectomy): Hier wird zusätzlich zum PVE eine Spaltung der Leber in der geplanten Dissektionslinie mit einer deutlich schnelleren Vergrösserung des FLR (10-14 Tage) durchgeführt. Eher schlechter wie PVE.

Evtl. zusätzlich Verschluss der Lebervene des zu resezierenden Leberanteils (Dragon I trial) mit geringer Morbidität

Zugänge:

Offen:

Mediane Oberbauchlaparatomie

Vor allem bei linksseitigen Tumoren

Medianer Zugang (explorativ) mit subkostaler Erweiterung (L-Inzision) evtl. mit Durchtrennung der M. rectus abdominis

Laparoskopisch: 2 Zwölfer Trokare, 3-5 Fünf millimeter Trokare

Aktuell 40%

Pringle Manöver:

Unterbindung des arteriellen und venösen Zustrom der Leber mittels einem Mersilene Band, welches intermittierend zugezogen wird, üblicherweise alle 15 Minuten, 5 Minuten Reperfusion

Vor allem bei vorgeschädigter Leber eingesetzt

Blutverlust reduziert

Resektionszeit verkürzt

Auch eine Tourniquet um das Lig. Hepatoduodenale möglich

Oder alleinige portale Klemmung mit offener Arterie

Dissektion:

CUSA (Cavitron Ultrasonic Aspirator) oder Crush-Clamp Technik mit Pringle

Bipolare Pinzette

Sealing Device oder Ultraschall Instrument: Zur Durchtrennung von kleinen bis mittelgroßen Pedikeln

Grosse Pedikel oder Venen mit resobierbarem Nahtmaterial (e.g. 4-0 PDS) oder Stabler durchtrennt

Resorbierbare Clips: Nur bei laparoskopischen Leberresektionen eingesetzt

Komplikationen

Leberversagen (50% Mortalität)

Vor allem bei Patienten mit biliärer Stauung

Präoperative Entstauung sollte durchgeführt werden

Operation

Allgemeinnarkose

Steriles waschen und abdecken

Quere Oberbauchlaparotomie

Retraktor (Thompson)

Intraoperativer Ultraschall

Lig. Hepatoduodenale anschlingen für ein allfälliges Pringle-Manöver

Mobilisierung der Leber

Dissektion

Resektionsfläche mit Weis-Test auf Galleleckagen kontrolliert

Adenome

Definition

Ein Adenom ist ein gutartiger Lebertumor. Eine bösartige Entartung in 8-10% der Fälle sowie eine Blutung möglich vor allem bei grösseren Tumoren (>5cm), daher ist es empfohlen eine operative Resektion durchzuführen. Zytologische kein Unterschied zum hochdifferenziertem hepatozellulärem Karzinom.

Ursachen

Unklar

Risikofaktoren

Zusammenhang zw. Hormoneinnahme (z.B. Pille, Androgenen (z.B. Dopingmittel, Transsexuelle) und Tumorvorkommen und -größenwachstum.

Adenome können wieder verschwinden, wenn die Pille oder so wieder abgesetzt wird.

Häufig bei Frauen vorkommend

Glykogenspeicherkrankheiten

Symptome

Meist keine

Oft Zufallsbefund

Diagnostik

Bildgebung

Sonographie

CT

MRT

Keine Punktion oder Probenentnahme wegen der Ruptur-Gefahr

Therapie

Laparoskopische Leberresektion

Wegen der Gefahr einer bösartigen Entartung (8-10% der Fälle)

Nur die Bildgebung ist ausreichend für die Entscheidung zur operativen Resektion

Fokal Noduläre Hyperplasie (FNH)

Definition

Ein FNH ist der zweithäufigste gutartige Lebertumor mit zentraler Bindegewebsnodus mit einer Narbe in der Mitte und starker Hypervaskularisation

Symptome

Meist keine

Oft Zufallsbefund

Selten Oberbauchbeschwerden

Ursachen

Unklar

Risikofaktoren

Oft bei Frauen vorkommend zwischen 20 und 50 Jahren

75%

Orale Antizeptiva?

Bei Diagnose absetzen

Diagnostik

Bildgebung

Sonographie

CT

MRT

Evtl. leichte Erhöhung der Leberwerte

Gelegentlich Biopsie durchgeführt

eher nicht erforderlich

Histologie

Sternförmige Narben

Bandartige fibröse Septen

Gallengangsproliferate

Therapie

Verlaufskontrolle

Chirurgisch Indikation selten gestellt

Bei einer Größe > 5 cm

Bei Starken Schmerzen

Wird laparoskopisch durchgeführt

Hämangiome (Blutschwämme)

Definition

Der häufigste gutartige Tumor der Leber.

0.4-20% der Bevölkerung betroffen.

Symptome

Meist keine

Bei Blutung oder Thrombosierung

Starke abdominelle Schmerzen

Fieber

Hohe Leberwerte

Diagnostik

Ultraschall

CT (evtl. mit KM)

Lakunen sind typisch

Ursachen

Risikofaktoren

Einnahme von östrogen- und progesteronhaltigen Präparaten

Wachstum hormonabhängig

Frauen häufiger betroffen

Therapie

Verlaufskontrolle

Bei größeren Hämangiomen keine Kontakt-Sportarten

Bei Beschwerden mit Kompression anderer Strukturen oder bei rasch wachsenden Hämangiomen Operation indiziert

Weitere Gutartige Tumoren

Leberabszess (Infektiöse Leberläsionen)

siehe Index

Einfache Leberzysten

siehe Index

Echinokokkuszysten

siehe Index unter Leberzysten

Hämangioendotheliome

Gallengangsadenome

Entzündliche Pseudotumore

Lipome

Angiolipome

Myelolipome

Angiomyolipome

Hepatozelluläres Karzinom (HCC)

(Leberzellkrebs; Primäres Leberzellkarzinom; lat. Carcinoma hepatocellulare; engl. Hepatocellular carcinoma)

Definition

Hepatozelluläres Karzinom ist ein von den Leberzellen (Hepatozyten) ausgehendes Karzinom der Leber. Sie wächst invasiv, Tumorzapfen können in die Vena portae oder V. cava inferior einbrechen und das jeweilige Gefäß verlegen. Häufigste bösartige Tumor der Leber.

Ursachen

Unbekannt, begünstigt durch chronische Schädigung der Leber durch Leberzirrhose (90% der HCC-Patienten[1], jährlich erkranken 5% der Leberzirrhosepatienten), Virushepatiden (Hepatitis B-Virus-Infektion ist weltweit für 50% der HCC verantwortlich)[2], Hepatitis C-Virus-Infektion Patienten haben einen 15-20 fach erhöhtes Risiko ein HCC zu entwickeln, in westlichen Ländern haben 30-40 Prozent der Patienten keine zusätzliche Hep C oder B-Virus-Infektion; Hämatochromatose; Androgene (Bodybuilding), Aflatoxine (Pilzgift von Aspergillus flavus);, primär biliäre Zirrhose; Alkohol; Nikotin; Autoimmunhepatitis; hereditäre Lebererkrankungen (Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, Tyrosinämie (erbl. Störung des Stoffwechsels der Aminosäure Tyrosin)) , Übergewicht, Diabetes mellitus, Steatohepatitis, nicht-alkoholische Leberverfettung (NASH)[1], dauerhafte Exposition mit Tetrachlorkohlenstoff

Es gibt eine Korrelation für das Risiko eines HCC mit der Ätiologie und Dauer der Lebererkrankung.

60% der Patienten haben einen gestörten Tumorsuppressorgen FHIT (fragile histidine triad) im Chromosom 3, das den Zellaufbau steuert.

Prävention

Vermeidung der Risikofaktoren, Hepatitis – Impfungen,

Moderater Kaffeekonsum wirkt protektiv [2,3]

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei Risikopatienten (Halbjährliche Ultraschalluntersuchung) [1]

Einteilung

1-) Unifokal: ein einziger Knoten

2-) Multifokal: multiple Tumorbefall

3-) Diffus infiltrativ: über die ganze Leber verteilt, makroskopische Unterscheidung bei Leberzirrhose erschwert.

Patho-Histologie

HCC kann knotig vorkommen (rundlich oder oval oder grünlich wenn Tumor Galle produziert)

Hochdifferenziert (Tumorzellen ähnlich wie Hepatozyten mit Trabekel mit Galletröpfchen im Zytoplasma)

Stark entdifferenzierte mit großen Zellformen (pleomorph) und Nekrosen im Zellinneren wegen unzureichende Blutversorgung

Mikroskopisch kann man HCC folgendermaßen einteilen

Fibrolamellär: viel Kollagenfasern mit pleomorphen Tumorzellen, keine AFP-Erhöhung

Pseudoglandulär: adenoid mit kleinen Drüsenstrukturen

Pleomorph: Riesenzellen

Solid: Zellen uniform, keine Sekundärarchitektur

Szirrhös: Hohe desmoplastische Stromareaktion

Trabekulär: neoplastische Zellbalken getrennt durch sinusoide Blutgefäße (Kapillarisierung durch neoplastisches Endothel)

Diffus

Klarzellig

Metastasierung

Metastasen treten relativ spät auf und betreffen die lokoregionären Lymphknoten, die Lungen, Knochen, Nebennieren, …

Symptomatik

Symptome treten erst spät auf. Folgende sind die häufigsten Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Druckschmerz (Durch Kapselspannung), Aszites (Bauchwassersucht), Kachexie (Abmagerung durch Stoffwechselstörung), Dekompensation der Leberzirrhose, paraneoplastisch bedingte Fieber, Bei Kindern kann ein primäres HCC zu Pubertas praecox führen

Inzidenz

5:100000 in Westeuropa, m:w = 3-4:1

HCC macht 6% aller bösartigen Tumore beim Mann und 3 % aller bei der Frau aus. Inzidenz zunehmend (zunehmende virusbedingte Hepatiden, Alkoholkonsum, Leberverfettung,)

Diagnostik

Labor (schnelle Anstieg von AFT, in 50-90 % der Patienten AFP erhöht)

Sonographie

CT

Angiographie (weger der Hypervaskularisation)

MRT

Child-Pugh-Score (Ermittlung der Leberfunktionsschädigung)

Tastbarer Knoten im rechten Oberbauch (im hohen Stadium)

Therapie

1-) Chirurgische Therapie: Es ist bei HCC die einzige Therapieform mit Aussicht auf Heilung.

Resektion: Es wird meist eine Leberteilresektion (anatomisch ohne Ummauerung der Pfortader und physiologisch mit ausreichender Leberfunktion) mit einem Sicherheitsabstand von 1 cm durchgeführt. Es können einzelne Segmente oder auch ein ganzer Lappen entfernt werden ohne Einschränkung der Leberfunktion.

Endoskopisch: Bei kleinen Tumoren im Randbereich, kann der Tumor endoskopisch entfernt werden.

Offen: Bei größeren Eingriffen oder Defekten

Lebertransplantation: Ist ein großer Teil der Leber erkrankt muss eine Lebertransplatation durchgeführt werden.

Indikation einer Lebertransplantation bei HCC nach Milan-Kriterien[2]:

Tumor kleiner 5 cm

Bis 3 Läsionen je kleiner 3 cm

Keine extrahepatische Manifestation

Keine vaskuläre Invasion (Lebervenen, Tumorthrombose der Pfortader)

2-) Chemotherapie: Keine signifikante Verbesserung, Tyrosinkinasehemmer (Sorafenib) verlängern das Überleben um 7,9 bis 10,7 Monate[1]

3-) Minimal invasive Therapie:

Interventionelle Verfahren: Tumorembolisation über Äster der A. hepatica propria bei paliativen Patienten (Transarterielle Chemoembolisation (TACE)), auch bei Lebermetastasen eingesetzt,

Lokale Chemotherapie mit nekrotisierenden Substanzen wie perkutane Ethanol-Injektion

Radiofrequenzablation (RFA): Der Tumor wird mittels einer Sonde, die unter Rö-Kontrolle in den Tumor gebracht wird, durch Erhitzung zerstört, vor allem bei Tumoren unter 3 cm.

Mikrowellenablation

Radiofrequenzinduzierte Thermotherapie (RFITT): Tumor lokal zerstört, bei inoperablen Patienten eingesetzt.

Laserinduzierte Thermotherapie (LITT): Tumor lokal zerstört, bei inoperablen Patienten eingesetzt.

Selective internal radiation therapy (SIRT)

Kryotherapie: Tumor lokal zerstört, bei inoperablen Patienten eingesetzt.

ERC

PTCD

PTC

Prognose

Mediane Überlebenszeit ohne Therapie bei ca. 6 Monate (also nach nach 6 Monaten sind nur noch 50% am Leben)

60 % Rezidivrate nach 5 Jahren bei St.p. chirurgische Resektion

75% überleben nach LTX bei entsprechenden Milan-Kriterien [4,5,2]

Fibrolammeläres Karzinom

Es ist eine Sonderform des hepatozellulären Karzinoms, tritt ohne die oben genannten Risikofaktoren bei jungen Menschen zwischen dem 20 und 40 Lebensjahr auf. Meistens tritt es solitär auf und kann gut reseziert werden. Es hat eine gute Prognose

Referenzen

1-) Malek, N P; Schmidt, S; Huber, P; Manns, M P; Greten, T F; The Diagnosis and Treatment of Hepatocellular Carcinoma; Dtsch Arztebl Int 2014; 111(7): 101-6; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0101      

2-) H. B. El-Serag: Hepatocellular carcinoma. In: The New England Journal of Medicine. Band 365, Nummer 12, September 2011, S. 1118–1127,ISSN 1533-4406. doi:10.1056/NEJMra1001683. PMID 21992124. (Review).       

3-) S. C. Larsson, A. Wolk: Coffee consumption and risk of liver cancer: a meta-analysis. In: Gastroenterology. Band 132, Nummer 5, Mai 2007, S. 1740–1745,ISSN 0016-5085. doi:10.1053/j.gastro.2007.03.044. PMID 17484871.     

4-) V. Mazzaferro, S. Bhoori, C. Sposito, M. Bongini, M. Langer, R. Miceli, L. Mariani: Milan criteria in liver transplantation for hepatocellular carcinoma: an evidence-based analysis of 15 years of experience. In: Liver transplantation : official publication of the American Association for the Study of Liver Diseases and the International Liver Transplantation Society. Band 17 Suppl 2, Oktober 2011, S. S44–S57, ISSN 1527-6473. doi:10.1002/lt.22365. PMID 21695773. (Review). 

5-) V. Mazzaferro, J. M. Llovet, R. Miceli, S. Bhoori, M. Schiavo, L. Mariani, T. Camerini, S. Roayaie, M. E. Schwartz, G. L. Grazi, R. Adam, P. Neuhaus, M. Salizzoni, J. Bruix, A. Forner, L. De Carlis, U. Cillo, A. K. Burroughs, R. Troisi, M. Rossi, G. E. Gerunda, J. Lerut, J. Belghiti, I. Boin, J. Gugenheim, F. Rochling, B. Van Hoek, P. Majno: Predicting survival after liver transplantation in patients with hepatocellular carcinoma beyond the Milan criteria: a retrospective, exploratory analysis. In: The lancet oncology. Band 10, Nummer 1, Januar 2009, S. 35–43, ISSN 1474-5488. doi:10.1016/S1470-2045(08)70284-5. PMID 19058754.

Cholangiozelluläres Karzinom (CCC)

Da dieser zweiter maligner primärer Lebertumor die gleiche histologische Struktur wie die Karzinome der extrahepatischen Gallenwege und die der Gallenblasenkarzinome hat, müssen wir hier, bevor wir weitermachen, ein paar Worte bezüglich Tumore der Gallenwege und der Gallenblase verlieren bzw. dieses Thema auch hier mit durchmachen.

Tumore der Gallenwege:

Selten

Gallenblasenkrebs vor allem bei Frauen über 70

Werden meist in einem Spätstadium entdeckt, weil sie wenig Beschwerden machen.

Risikofaktoren für Gallenblasen- und Gallangangskrebs

Gallenblasenkrebs

Gallensteine > 3cm

Gutartige Gallenblasenpolyp > 1 cm

Schrumpfgallenblase

Porzellangallenblase

Salmonellen in der Gallenblase

Gallengangskrebs

Chronische Entzündung der Gallenwege

Primär sklerosierende Cholangitis

Colitis ulcerosa

Chronische Hepatitis

Alkoholische Leberschädigung

Rauchen

Familiäre Polyposis coli (FAP): Papillenneoplasien

Diagnose:

Körperliche Untersuchung

Couvoisier-Zeichen: Große Gallenblase mit Gelbsucht

Labor

Cholestaseparameter erhöht, v.a. bei Tumoren der Papilla vateri

Bilirubin

Alkalische Phosphatase

Gamma-GT

Tumormarker

CA 19-9

Als Verlaufsmarker

Bildgebung

Ultraschall

Endosonographie

MRT

CT

ERCP

Gutartige Tumore der Gallenwege

Selten

Beschwerden:

Meist keine

Evtl. Oberbauchbeschwerden

Selten Gelbsucht

Einteilung:

Adenome

Polypen

Papillome

Neurinome

Fibrome

Myome

Fallbeispiele

1-) Multiple Polypen der Gallenblase oder Gallenblasenpolyp, Therapie?

Antwort: Cholezystektomie

2-) Adenokarzinom der Gallenblase nach Cholezystektomie bei Cholezystolithiasis. Therapie?

Antwort: Lebernachresektion und lig. Lymphadenektomie

Gutartige Tumore der Leber unter 1 cm kann man mittels Sonographie alle 6 Monate kontrollieren. Wenn diese über 1 cm sind, sollte man sie entfernen, da sie bösartig entarten können.

Bösartige Tumoren der Gallenwege

Cholangiozelluläres Karzinom (CCC)

Syn.: Gallengangskarzinom, Cholangiokarzinom

DEFINITION

Bösartiger Tumor der ableitenden Gallenwege. Genau wie hepatozelluläres Karzinom gehört es zu den primären Lebertumoren.

INZIDENZ: 2-3 pro 100000 Einwohner pro Jahr

Durchschnittsalter: 60 LJ

In einem frühen Stadiums ist eine Heilung durch operative Resektion noch möglich. Wenn Gallengänge innerhalb der Leber betroffen, muss man auch eine Leberteilresektion durchführen.

Je nach Ausbreitung des Tumors wird evtl. eine Lebertransplantation durchgeführt.

URSACHEN

unklar, chronische Entzündung der Gallenblase oder der Gallenwege wirkt prädisponierend, weitere Risikofaktoren: Caroli Syndrom, Primär sklerosierende Cholangitis, intrahepatische Parasitenbefall, Choledochuspapillomatose

Symptome

Ikterus

Gallenblasenvergrößerung

Weitere Beschwerden:

Abgeschlagenheit

Fieber

Oberbauchbeschwerden mit Appetitverlust und Gewichtsverlust

Gallengangskrebs: Entfärbter Stuhl und dunkler Urin

Metatasen: Druckgefühl und Bauchschmerzen

Beschwerden leider oft in einem fortgeschrittenen Stadium

Metastasierung

Leber: Schon im frühen Stadium

Eierstöcke

Knochen

Milz

Lokal in Richtung Pankreas und Duodenum

Einteilung nach Lokalisation

Intrahepatisches cholangizelluläre Karzinom (iCCC)

Extrahepatischer cholangiozelluläre Karzinom (CCC)

Palliative Chemotherapie

5-FU

Laufende Studien

Radiotherapie

Laufende Studien

Einteilung:

Perihiläre Cholangiozelluläres Karzinom

Klatskin-Tumor (Hepatikusgabelkarzinom)

50% aller extrahepatischen Gallenwegskarzinome

Häufig hochdifferenziert

Späte lymphogene Metastasierung

Schlechte Prognose wegen schlechter Lage

Distales Cholangiozelluläre Karzinom (Choledochuskarzinom)

Gallenblasenkarzinom (siehe weiter unten)

Einteilung nach Wachstum

Massforming

Periduktal

Intraduktal

THERAPIE

Chirurgische Therapie

Hepatikusgabelresektion mit biliodigestiver Anastomose

Hepatikusgabelresektion mit Hemihepathektomie und biliodigistive Anastomose

Erweiterte Hemihepathektomie rechts mit biliodigestiver Anatomose

Chemotherapie

Radiotherapie

Lebertransplantation

Minimal invasive Therapie:

Paliativ

Stenteinlage

Um Galleabfluss in den Zwölffingerdarm zu gewährleisten

Perkutane transhepatische Cholangiodrainage (PTCD)

Um Galle von der Gallenblase nach Außen abzuleiten

Wenn Stenteinlage nicht möglich ist.

Chemotherapie

Gemcitabin und Cisplatin

Bei inoperablen Gallenblasenkrebs und auch bei inoperablen Gallengangskrebs

Tumorwachstum wird aufgehalten und Beschwerden verringert

Bestrahlung

Tumorwachstum wird aufzuhalten und Lebensqualität verbessert

Transarterielle Chemoembolisation

Zur Verkleinerung eines Gallengangskrebses

Dabei führt man über die Leiste einen Katheter bis zur Leberarterie und in der Nähe des Tumors wird ein Chemotherapeutikum sowie Plastikkügelchen und Gelatine gespritzt. Erstens um den Tumor direkt mit dem Chemotherapeutikum anzugreifen, andererseits um die tumorversorgenden Gefäße mittels Plastikkügelchen und Gelatine zu verschließen und den Tumor dadurch zu verkleinern.

Prognose

5-Jahresüberlebensrate bei 5%

Palliativ: 6 Monate

Gallenblasenkarzinom

Definition: Bösartige Erkrankung der Gallenblase, oft spät diagnostiziert.

Metastasierung

Lymphogen

Ligamentum hepatoduodenale

Hämatogen

Leber

Lunge

Skelett

Diagnose

CT

MRT

Sonographie

Therapie

pT1a: Cholecystektomie mit Bergebeutel

pT1b: Cholecystektomie + atypische Leberresektion + Lymphadenektomie Lig. Hepatoduodenale + evtl. Zystikusnachresektion bis Einmündung

Chirurgische Heilung nur im Frühstadium möglich. Hier würde man die Gallenblase und das Gallenblasenbett sowie die umliegenden Lymphknoten entfernen.

Wenn Tumor zu fortgeschritten ist, kann man wenigstens einen Teil des Tumors rausholen um die Beschwerden zu lindern oder es wird ein Stent gelegt.

Immer Bergebeutel verwenden zur Verringerung einer Port-site Metastasen-Risiko.

Papillentumore

Papillentumore sind selten, erhöht bei Familiäre Polyposis coli, Cholstaseparameter erhöht. Es sind meist Adenome (tubulovillös und villös mit Adenom-Karzinom Sequenz) oder Adenokarzinome, selten Leiomyome, Lipome, neuroendokrine Tumore, Paragangliome.

Papillenkarzinom

Definition: Bösartige Tumorerkrankung der Papilla vateri, gehört zu den periampullären Karzinomen (siehe unter Pankreaskarzinom), günstige Prognose wegen früher Diagnose.

Klinik

Ikterus

Schmerzen und peripankreatische Episoden

Diagnose

Labor (Cholestaseparameter)

Endoskopie (ERCP)

Endosonographie (intraduktal)

CT

Sonographie: Bei Tumoren der Papilla vateri dilatieren die Gallenwege

Therapie

Duodeno-Cephalopankreatektomie

Bei Adenomen oder Frühkarzinomen:

Endoskopische Schlingenabtragung

Offene transduodenale Papillektomie oder Ampullektomie

Hepatoblastom

Definition:

Das Hepatoblastom ist der dritte maligner primärer Lebertumor, den wir hier besprechen werden. Es ist der häufigster primärer Lebertumor im Kindesalter, es betrifft vor allem Kinder unter 2 Jahren.

Inzidenz: 0.09/100000

Ursachen

Unklar

Symptome

Vorwöbung des Abdomens

Bauchschmerzen

Anorexie

Gewichtsverlust

Übelkeit und Erbrechen

Selten Ikterus

Diiferentialdiagnosen

HCC

Neuroblastom

Nephroblastom

Benigne Lebertumoren

Rhabdomyosarkome

Haben häufiger Ikterus

Gutartige Lebertumoren

AFP evtl hilfreich

Diagnostik

Anamnese und Klinik

Vorwölbung des Abdomens

Tumormarker

AFP

In 50% erhöht

Beta-HCG

Seltener erhöht

Sonographie

Leberbiopsie

Labor

Hepatitis B-Serologie

Ein HCC wird damit ausgeschlossen

CT oder MRT Abdomen/Thorax

Zum Staging

Skelttszintigraphie

Therapie

Operative Resektion

Gute Prognose wenn Tumor vollständig entfernt wird

Evtl. neoadjuvante Zytostatikatherapie (Cisplatin oder Adriamycin)

Durch Segmentresektion bzw. Hemihepatektomie oder atypische Resektion

Induktionschemotherapie

Wenn primär nicht operabel

Lebertransplantation

Verschluss eines Tumorzuführenden Gefässes

Keine Strahlentherapie

Nicht wirksam

Sekundäre Lebertumoren (Metastasen)

Primär-Tumoren

Kolorektales Karzinom

Mammakarzinom

Therapie

Wenn möglich operative Resektion

Deutliche Überlebensverlängerung

Es bestehen gute Chancen auf Heilung

Chemotherapie oder präoperative Chemotherapie mit evtl. Tumorantikörpertherapie

medwissen.ch