Die Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut.
Epigastrische Schmerzen (Oberbauchschmerzen, Druckgefühl)
Reflux-Symptomatik / Dyspepsie (Sodbrennen, saures Aufstoßen, Völlegefühl, Übelkeit,)
Exogene Ursachen
Bakterien (H. pylori)
Toxine (Alkohol, NSAR/ASS, Nikotin)
Endogen Ursachen
Urämie (Nierenversagen)
Schwerer physiologischer Stress (Schock, Trauma)
Gallereflux
Akute Gastritis
Chronische Gastritis
Typ A
Typ B
Typ C
Sonderformen
Infektiös
granulomatös
Siehe Details unten.
PPI
Pantozol 40 mg p.o. 1-0-1 (30 Min. vor dem Essen) für 1 Woche.
Paracetamol (Dafalgan) 1g bis zu 1-1-1 bei leichten Schmerzen
Novalgin 500 mg 1-1-1-1 bei Schmerzen
Keine NSAR (Ibuprofen, Diclofenac) verwenden!
Diagnosesicherung:
Evtl. im Verlauf eine frühzeitige Gastroskopie mit Biopsien bei Warnsymptomen oder Persistenz
Akut auftretende, meist reversible Entzündung der Magenschleimhaut.
Alkohol
NSAR
ASS
Kortison (v.a. in Kombination)
Nach schweren Verletzungen
Verbrennungen
Sepsis
Schock oder großen Operationen kommen als Ursache in Frage.
Klinisch: Ausgeprägter Druckschmerz im Epigastrium
Endoskopisch: In der Gastroskopie finden sich punktförmige Blutungen (Petechien), oberflächliche Schleimhauterosionen, Ulzera, Infektion mit Helicobacter pylori
Akute schneidende OB-Schmerzen
Übelkeit
ggf. Hämatemesis (Bluterbrechen)
und/oder Meläna (Teerstuhl)
Säureblockade mittels PPI
Kausale Therapie: Sofortiges Absetzen der Noxen/NSAR
Bei Bedarf interventionelle endoskopische Blutstillung
Bei einer erosiven Gastritis PPI, evt. Mukosaprotektion durch Sucralfat (Ulcogant), selten Blutstillung .
Bakterielle Infektion der Magenwand meist nach Schleimhautverletzung (z.B. nach einer Schleimhautbiopsie durch Bakterien wie A-Streptokokken bzw. Staphylococcus pyodermis)
Akutes Abdomen
Septisches Krankheitsbild
Hohe Letalität
Unerkannt kann es letal verlaufen, mit einem septischen Krankheitsbild. In so einem Fall sollte eine antibiotische Therapie und intensivmedizinische Betreuung durchgeführt werden.
Sofortige hochdosierte i.v. -Antibiotikatherapie
intensivmedizinische Betreuung
ggf. Notfall-Gastroskopie
Typ-A Gastritis:
Definition:
Es ist eine Autoimmungastritis, die durch Autoantikörper, die sich gegen Belegzellen (90%) und Intrinsic factor (50%) richten.
Folgen:
Atrophie der Korpusschleimhaut
Anazidität
Vitamin-B12-Mangel (perniziöse Anämie)
Überwachung:
Regelmäßige Gastroskopien wegen erhöhtem Risiko für Magenkarzinome und neuroendokrine Tumoren (NET)
Typ-B Gastritis:
Definition:
Verursacht durch Helicobakter pylori, welche 80-90% aller chronischen Gastritiden ausmachen. Siehe dazu mehr weiter unten.
Lokalisation:
Beginnt im Antrum, wandert im Verlauf in den Korpus (Pangastritis).
Überwachung:
Nachweisbare Atrophien oder intestinale Metaplasien erfordern endoskopische Verlaufskontrollen (Karzinomrisiko).
Bei Typ A und B sollte man Verlaufskontrollen machen, da Entartungsrisiko gegeben ist.
Typ-C Gastritis:
Chemisch-toxisch: Langzeitmedikation mit NSAR/ASS
Reflux: Chronischer Gallereflux (häufig nach Magenoperationen).
PPI-Dauertherapie bei unvermeidbarer NSAR-Einnahme
Umstellung des Schmerzmittels (z.B. auf Paracetamol/Metamizol oder Coxibe
Massive Vergrößerung der Schleimhautfalten durch diffuse foveoläre Hyperplasie
Exsudative Gastropathie mit schwerem Eiweißverlust (Hypoproteinämie, Ödeme)
Präkanzerose mit erhöhtes Risiko für bösartige Entartung (Magenkarzinome), weil eine Riesengastritis bösartig entarten kann.
H. pylori-Infektion, Gastrinom (Zollinger-Ellison-Syndrom)
Frühform vom Magenkarzinom
MALT-Lymphom
Chronische Infektion der Magenschleimhaut mit dem gramnegativen Bakterium Helicobacter pylori
Typ-B-Gastritis
Ulcuserkrankung: Peptische Ulkuskrankheit (Magen-/Zwölffingerdarmgeschwüre)
Signifikant erhöhtes Risiko für Magenkarzinome und MALT-Lymphome.
Endoskopisch:
Invasiv (per Gastroskopie): Histologie (Goldstandard), Schnell-Urease-Test (HUT), bakterielle Kultur (inkl. Resistenztestung bei Therapieversagen)
Nicht-invasiv:
¹³C-Harnstoff-Atemtest
HP-Stuhlantigentest (monoklonal)
Eradikationstherapie mit einem PPI und 2 Antibiotika für 10 Tage
PPI: 2x20mg
Sowie Antibiotika:
Entweder Clarithromycin 2x 500mg und Amoxicillin 2x1g
Oder Clarithromycin 2x (250-)500mg und Metronidazol 2x 500 mg
Oder Vierfachtherapie für 10 Tage
PPI: z. B. Pantoprazol 40 mg (oder Omeprazol 20 mg) 1-0-1
Kombinationspräparat (z.B. Pylera): 3 Kapseln jeweils 1-1-1-1
Nicht-Vierfachtherapie für 14 Tage
PPI: z. B. Pantoprazol 40 mg 1-0-1
Amoxicillin: 1g 1-0-1
Clarithromycin: 500 mg 1-0-1
Metronidazol: 500 mg 1-0-1
Therapiekontrolle: Frühestens 4 Wochen nach Abschluss der Erradikation und mindestens 2 Wochen nach Absetzen des PPI mittels ¹³C-Atemtest oder Stuhlantigentest prüfen.