Eine oder mehrere Verletzungen, die potentiell vital bedrohlich sein können. Vor allem Männer bis 40 Jahren betroffen.
Wichtig ist die Unterscheidung von:
Kritische Patienten
Unkritische Patienten
3 Minuten länger am Einsatzort 1% schlechtere Überlebensrate. Ideales Zeitfenster am Einsatzort: 10 Minuten.
Verkehrsunfall
Stürzen aus großer Höhe
Arbeitsunfälle
Freizeitaktivitäten
Gewaltverbrechen
Offene Hals-, Rumpf- und
Kopfverletzungen mit Bewusstseinstrübung
Schussverletzungen
Gehirnverletzungen
Amputationsverletzungen von Gliedmassen
Becken- oder Oberschenkelfrakturen
Querschnittsverletzung
Grossflächige Verbrennungen
Verletzungen der Brust mit Beeinträchtigung von Atmung und Herzfunktion
ZNS-Trauma (SHT, WS)
Thoraxtrauma:
Inspektion: Atemtyp? Seitengleiche Atmung? Paradoxe Einziehung? Einflussstau?
Palpation: Weichteilemphsem? Nachschleppen einer Thoraxhälfte beim Atmen? Crepitatio?
Perkussion: Schachtelton (Pneu), Dämpfung (Hämatothorax)
Abdomen-/Beckentrauma
Extremitätentrauma
Schnelle und fachgerechte Therapie ist entscheidend!
- Circulation wieder herstellen (RR > 80 mmHg)
- O2-Sättigung über 90
- Analgesie
- Sepsis vermeiden
Antibiotika
Thromboseprophylaxe
Gerinnungsfaktoren substituieren
Evtl. parenterale Ernährung
Lagerungsbehandlung
Maßnahmen
Blutstillung
Debridement und Faszienspaltung
Frakturstabilisierung
SIRS mildern
Differenzierter Volumenersatz
Beatmung
Hämofiltration
Dialyse
Schon präklinisch:
1- Erste Behandlung am Unfallort durch Notarzt oder Sanitäter
Keine Lebenszeichen Reanimation
-Ergebnisse wie bei nicht traumatischen Patienten, deswegen gleich reanimieren.
Ansprechen, wenn Patient drauf reagiert Atmung ist in Ordnung.
Erkennen vitaler Bedrohungen beim Trauma:
2- Klinische Untersuchung, dafür gibt es die ABCDE-Regel:
A: Atmung (Airway, HWS)
Hören
Mund-Rachen-Raum anschauen
Wenn Fremdkörper oder Blut entfernen, also Atemwege frei machen
Puls Pulsoxie anbringen, Esmarch-Griff, Sauerstoffgabe, HWS-Immobilisierung.
B: Beatmung (Breathing)
Oxymeter (Pulsoxie)
Zyanose
Inspektion (Spannungsgeschehen: obere Einflussstauung, tachypnoeisch), Dekompensation durch ein TD-Einlage nur eine Seite draussen, weil kein Sog draussen möglich, Atemfrequenz (kritisch <6 und >30), Instabile Thorax: Beatmen.
Thoraxdrainage ist indiziert wenn:
Instabiler Thorax
Hautemphysem
Hoher Beatmungsdruck
Atemfrequenz < 10/min oder >30/min
Halsvenenstauung bei korrekter Tubuslage
Intubation ist indiziert wenn:
Hypoxie
Instabiler Thorax
Paradoxe Atmung
Aspiration
Blutung aus Oropharynx
GCS < 7
Schwerer Schockzustand
C: Kreislauf (Circulation )
Puls
Blutdruck
Aktive Blutungen
Radialispuls tasten, Carotispuls tasten oder RR-Monitoring, RR<30 = Zirkulationsstop (Hirn), moderat Volumen geben.
Schockbehandlung (siehe dazu mehr unten)
Volumenersatz
O2-Gabe
D: Disability
Pupillen
GCS-Score - siehe dazu den Artikel „Schaedelhirntrauma_Notfall“
Bewusstlosigkeitszustand? Der verwirrte Patient ist hypoxisch bis Gegenteil bewiesen ist. – Für den Bewusstseinszustand wird GCS herangezogen:
Augen 1-4 Punkte
Verbal 1-5 Punkte
Motorisch 1-6 Punkte
CT-Schädel
Im Spital durchgeführ, wenn nötig
GCS (Querschnittprüfung bis GCS von 6 überprüfbar/ausschliessbar).
E: Exposure, Environment
Gesamten Körper anschauen
Vorsicht: Unterkühlungsgefahr
Äußere Einflüsse, Aufwärmen, Nasse Kleider entfernen.
Beckenklappbarkeit, wenn Ja, Gürtel und Becken komprimieren (mit Trochanter major und Oberschenkelknochen)
Gerinnung, PTT
Thorakotomien wenn es sein muss z.B. bei Perikardtemponade, sollte man es auch präklinisch draussen machen.
Transportfähigkeit herstellen
Durch die beiden Scores unten entscheidet man schon präklinisch, ob der Patient in ein Trauma-Zentrum transferiert werden soll.
1- GCS-Score
2- CRAMS-Scale:
Circulation:
Normal capillary refill and SBP >= 100: 2 Punkte
Delay capillary refill or SBP >= 85 < 100
No capillary refill or SBP < 85
Respiration
Normal: 2 Punkte
Labored or shallow: 1 Punkt
Absent: 0 Punkt
Abdomen and thorax
Nonender: 2 Punkte
Tender: 1 Punkt
Rigid abdomen and frail chest: 0 Punkt
Motorik
Normal: 2 Punkte
Response only pain: 1 Punkt
No response: 0 Punkt
Speech
normal: 2 Punkte
confused: 1 Punkt
No intellegible words: 0 Punkt
AIS (Abbreviated Injury Scale) und ISS (Injury Severity Score) zur Abschätzung der Schweregrad des Traumas. Für folgende Organregionen werden 1-6 Punkte verteilt:
Kopf und Nacken
Gesicht
Brust
Abdomen
Extremitäten
Weichteile
Und die Punkte werden folgendermassen verteilt:
Gering – minor injury
Moderat – moderate injury
Schwer, nicht lebensbedrohlich – serious injury
Lebensbedrohlich – severe injury
Kritisch – Überleben nicht sicher – critical injury
Tödlich – virtually unsurvivable injury
Für die Berechnung der ISS, werden die 3 am schwersten betroffenen Körperregionen herangezogen und bei jedem die Punkteanzahl quadriert. Bei diesem Score können eigentlich die Körperregionen 1-5 Punkte erreichen, wenn es eine Körperregion 6 Punkte hat, spricht man dann automatisch von insgesamt von 75 Punkten. Es kann eine Punkteanzahl von maximal 75 erreicht werden. Ab 16 Punkten spricht man von einem Polytrauma.
1-) leicht: z.B. leicht verletzt
2-) schwer: z.B. Oberschenkelfraktur
3-) lebensgefahr: z.B. Spannungspneu
Durch die 3 Scores entscheidet man was für ein Vorgehen für Therapie man sich entscheidet.
1- AIS (Abbreviated-Injury-Scale)
2- ISS (Injury-Severity-Scale)
3- PTS (Polytraumaschlüssel)
Definition: Schock bedeutet Minderperfusion der End-Organe mit zellulärer Hypoxie.
Jeder Schock im Rahmen eines Polytraumas ist ein hämorrhagischer Schock bis Gegenteil bewiesen ist.
Einteilung klinisch: Grad I-IV, je nach
Blutverlust (<750 bis < 2000 ml)
Hfr (100 bis über 140)
RR (normal oder ernidrigt)
ZNS (ängstlich bis lethargisch)
Atemfrequenz (14 bis über 35)
Erste Behandlung am Unfallort durch Notarzt oder Sanitäter
Keine Lebenszeichen Reanimation
Ansprechen, wenn Patient drauf reagiert Atmung ist in Ordnung.
Erkennen vitaler Bedrohungen beim Trauma:
1-) Volumensubstitution (eher negativ weil Gerinnung schlechter, Wärmeverlust ...) zurückhaltend
2-) (Chirurgische) Blutstillung: Becken-Cingulum, Schienung, (Aorten-)tourniquet, hämostypische Verbände, REBOA)
3-) Rasche Transport
4-) Permissive Hypotonie
5-) Wärmehalt (Cave Muskelrelaxans? O2-Verbrauch bei Zittern?)
6-) Moderate Volumentherapie (<1500 ml)
7-) Tramexansäure 1 g (CRASH –II)
8-) EK-Substitutionstherapie (Level-I)
9-) PT-CT nur bei neg. eFAST
Atemfrequenz gibt Auskunft über hämorrhagisches Geschehen (metabolische Azidose) oder bei Thoraxproblemen (instabile Thorax, Spannungspneumothorax).
Jeder Trauma-Patient hat Schmerzen, dadurch eine Tachykardie.
Blutdruck ist kein verlässlicher Parameter, RR kann bis inklusive Grad 3 des hämorrhagischen Schocks normal sein.
Verdünnt man das Blut hat man eine Koagulopathie, Erys wichtig, dass Thrombos migrieren
Kalte Infusion führt zu Hypothermie, was dazu führt, dass zelluläre und humorale Gerinnung nicht mehr funktioniert
Klinische Untersuchung erneut wiederholen
Bildgebende Untersuchungen
Röntgen
Thorax
Becken
Wirbelsäule
FAST-Sonographie
Abdomen
Pleura
CT
Evtl. Traumaspirale
Harnkatheter
bei blutigem Urin: Urogramm machen
Notfall-Operationen
Massenblutungen (offen, interventionell)
Spannungs- oder Hämatothorax
Epidurales Hämatom
Osteosynthese bei offenen Frakturen
Chirurgische Basisversorgung
Operative Entlastung bei Kompartmentsyndromen
Laparotomie bei:
Blutung parenchymatöser Organe
Perforation
Stabilisierung
Kreislauf
Gasaustausch
Labor
Ergänzende Bildgebung
CCT
Angiographie
Intensivstation
Stabilisierung
Kraislauf
Gasaustausch
Labor-Kontrollen
Primäre OPs
Intrakranielle Blutungen
Läsion großer Stammgefässe
Hohlorganläsion
Offene Fraktur
Instabile Becken-Wirbelsäulen-Läsion
Kompartmentsyndrom
Luxation
Gelenkfraktur
Sepsisprotektion
Debridement
Hämatomausräumung
Second-Look-Operationen
Hohe Inzidenz für Multiorganversagen
Verzögerte Ops
Definitive Osteosynthesen eher verzögert nach dem 5. Tag bei stabilem Zustand
Rekonstruktion der Weichteile
Von Fixateur externe auf definitive Osteosynthese