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Diseases of the rectum and anus

<w:t>Dr. Dr. med. sci. Abidin GelesCopyright - All Rights Reserved: This document and all other data on the homepage are not to publish or reproduce without the permission of the author Dr. Dr. med. sci. Abidin Geles.www.medwissen.ch Erkrankungen des Rektums (Enddarm) und Anus (After) EinleitungIn diesem Artikel geht es um die Erkrankungen des Rektums (Enddarm) sowie des Anus (After). Diese Erkrankungen sind öfters mit viel Schamgefühl behaftet, deswegen wird eine ärztliche Vorstellung leider öfters spät beansprucht, was zu einer Verzögerung der Heilung oder zur Progression der Erkrankung führen kann.…

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Erkrankungen des Rektums (Enddarm) und Anus (After)

Einleitung

In diesem Artikel geht es um die Erkrankungen des Rektums (Enddarm) sowie des Anus (After). Diese Erkrankungen sind öfters mit viel Schamgefühl behaftet, deswegen wird eine ärztliche Vorstellung leider öfters spät beansprucht, was zu einer Verzögerung der Heilung oder zur Progression der Erkrankung führen kann. Daher empfehlen wir eine frühzeitige ärztliche Vorstellung. In diesem Zusammenhang spricht man von der Proktologie, hier werden die Patienten mit Erkrankungen im Bereich des Enddarms, des Beckenbodens und des Afters beurteilt / abgeklärt und behandelt.

Symptome

Schmerzen

Blutungen

Ursachen

Hämorroiden

Analfissuren und -ekzeme

Pilz- und Vireninfektion

Bösartige Ursachen

Selten

Wie z.B.

Anal- oder Enddarmkrebs bzw. Rektumkarzinom

Juckreiz

Nässen

Differentialdiagnosen

Hämorrhoiden

Schleimhautrisse (Fissuren)

Abszesse und Fisteln im Endbereich

Pilonidalsinus (Steißbeinfistel / Sakraldermoid)

Mast-Darmvorfall (Rektumprolaps) mit Stuhlentleerungsstörungen

Stuhlinkontinenz und Schließmuskelschwäche

Anale Kondylomen (Feigwarzen / Condyloma acuminata)

Anale Tumoren

Chronische entzündliche Darmerkrankungen

Diagnose

Anamnese

Untersuchung:

Inspektion (Linksseitenlage und angezogene Knien)

Rötung, Schwellung, Druckdolenz, Überwärmung, Sekretion (auf Druck), Hauterkrankung

Digitalrektale Untersuchung (Linksseitenlage oder Steinschnittlage)

Proktoskopie (Proktoskopische Untersuchung)

Kolonoskopie: V.a. bei Blutungen

Endosonographie: V.a. bei Tumoren

Therapie

Konservativ

Operativ

Operation meistens in Allgemeinnarkose oder Rückenmarksanästhesie, danach ambulante Betreuung bis zu 6 Monaten.

Offene Operationsmethode

Weniger invasive Operationsmethode

Interdisziplinär enge Zusammenarbeit mit Onkologie bei Tumorerkrankungen und Gastroenterologie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Hämorrhoidenleiden (syn. Hämorriden, engl. hemorrhoids)

Definition

Symptomatische krampfaderartig knotige Vergrösserung bzw. Erweiterung der arteriovenösen Gefässpolsterung im Analbereich (Corpus cavernosum recti), die für die Feinkontinenz verantworlich ist. Es ist die häufigste proktologische Erkrankung.

Ursachen

Genetisch

Bindegewebsschwäche

Chronische Verstopfung

Übergewicht

Gravidität

Druckerhöhung im Sphinkter

Pressen beim Stuhlgang

Balaststoffarme Ernährung

Geringe Flüssigkeitsaufnahme

Sitzende Tätigkeit

Symptome

Blutungen

Nässen

Juckreiz

Fremdkörpergefühl

Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung

Inkontinenz

Diagnose

Anamnese

Untersuchung: Inspektion, Digitalrektale Untersuchung

Proktoskopie

Einteilung

Grad 1: Hämorrhoiden am oberen Ende des Analkanals, nur mit Endoskop/Proktoskop sichtbar, meist keine Beschwerden, gelegentlich Blutungen, nässen, Juckreiz

Grad 2: Prolabieren beim Pressen, ziehen sich spontan zurück in den Analkanal, Blutungen, Juckreiz, nässen, Fremkörpergefühl, Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung

Grad 3: Prolabieren beim Pressen, manuell reponibel, leichte Inkontinenz

Grad 4: Prolaps (anal) mit Einklemmung und Thrombosierung, nicht mehr reponibel, akute starke Schmerzen, Blutungen, verstärkte Inkontinenzprobleme

Therapie

Konservativ

Analhygiene, Salben/Zäpfchen (Scheriproct), Schmerzmittel, Stuhlregulation

Daflon

Stadium 1-2

Sklerosierung

Veröden der Hämorrhoiden

Medikament Polidoconazol wird in Härhoiden injiziert.

Stadium 2-3

Gummibandligatur

Hämorrhoiden angesagt und Gummiband mit Gerät gelegt.

Oberhalb der Linea dentata, sonst Schmerzen.

Nur bei venösen Hämorrhoiden-Blutung, nicht bei arteriellen (hier Umstechehung nötig)

Operativ

Ab Stadium 3 und 4

Entfernung der Hämorrhoidenknoten oder Klammernahtmethode

OP Methoden

Submuköse Resektion, es ist eine offene Hämorrhoidektomie (Milligan Morgan): alles offen belassen, nicht zugenäht.

Hämorrhoidektomie mittels Ligasure bei … Uhr in SSL mit eventuell Resektion von Venenkissen bei … Uhr in SSL

OP-Bericht

Zugang

PatientIin in Steinschnittlage. Präoperative Antibiotikaprophylaxe mit Zinacef 1.5g und Metronidazol 500mg i.v. single-shot. Desinfektion und steriles Abdecken. Team-Timeout.

Vorgehen

Inspektion:

Reizlose Hautverhältnisse perianal. Grosser Hämorrhoidalknoten bei … Uhr SLL.

Digital-rektale Untersuchung:

Unauffällige Palpation. Grosser Hämorrhoidalpolster bei … Uhr SSL tastbar, Kein Blut oder Pus am Fingerling.

Proktoskopie:

Reizlose Schleimhaut. Bei … Uhr SSL zeigt sich eine Hämorrhoide/Hämorrhoidalpolster mit/ohne Blutungsstigmata, sonst keine Auffälligkeiten.

Fassen der Hämorrhoide bei … Uhr in SSL mit Ellis-Klemme und Absetzen mittels Ligasure unter Schonung der Sphinktermuskulatur

Erneute anale Exploration. Hierbei zeigen sich vor allen Dingen bei … und … Uhr in SSL Venenkissen prolabierend, sodass wir uns hier ebenfalls für eine Resektion entscheiden.

Fassen der Venenkissen und Absetzen der gleichen mittels Ligasure unter Schonung der Sphinktermuskulatur.

Abgabe des Präparates ad Histologie

Falls vorhanden Debridement der Analfissur bei … Uhr in SSL und Anlage eines Drainagedreiecks.

Hämostasekontrolle mittels bipolarem Strom

Die Verhältnisse zeigen sich trocken

Trockener Wundverband

Pudendusblock mit 10 ml Ropivacain 1%.

Setzen eines Beckenbodenblockes mit 20 ml Ropivacain 1%.

Verlauf:

Der intra- sowie postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos, so dass wir den/die Patienten/in noch am selben Tag in gutem Allgemeinzustand, schmerzfrei und mit reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen konnten.

Procedere

Bedarfsanalgesie.

Dafalgan bis 4x1g bei Schmerzen

Novalgin 500mg bis 4x täglich bei Schmerzen

Tramal 50mg bei Schmerzen alle 4-6 Stunden maximal für 1 Woche

Stuhlregulation mit Metamucil oder Normacol/Movicol für 6 Wochen.

Movicol Trinkfertig Btl bei Bedarf zur Stuhlregulation

Metamucil Regular zur Stuhlregulation, Einnahme mit viel Flüssigkeit

Normacol zur Stuhlregulation, Einnahme mit viel Flüssigkeit

Ausduschen der Analregion 2x tgl. und nach jedem Stuhlgang.

Einnahme von Daflon 500mg 2x täglich für 3-4 Wochen.

Applikation von Nifedipin Salbe 5-10 Min vor Defäkation

Emla Creme 5% lokal bei Schmerzen

Klinische Nachkontrolle in der kolorektalen/proktologischen Sprechstunde in 6 Wochen.

Geschlossene Hämorrhoidektomie (Ferguson)

Hier werden die Exzisionsstellen verschlossen, evtl. minim offengelassen, damit das Wundsekret rausfließen kann.

Stapler-Hämorrhoidopexie (Longo)

Hämorrhoiden mit einem Gerät ähnlich wie bei einem Zirrkular-Stabler abgesetzt. Es entsteht keine von aussen sichtbare Wunde. Der Prolaps wird verringert und die Prolabierte Haut wieder an die Wand des Enddarms fixiert.

Hämorrhoiden mit einem Faden in Gerät in Stabler hineingezogen:

2 cm oberhalb der Linea dentata, sonst Schmerzen.

Dopplergesteuerte Hämorrhoidialarterienligatur (DG-HAL)

Proktoskop mit Doppler, Arterien gefunden und umstochen

Rektoanales Repair (RAR)

Proktoskop und Doppler, Arterien nicht umstochen sonder nach oben gezogen und dort fixiert.

Hämorrhoiddektomie (Fansler-Anderson / Arnold)

Hämorrhoidektomie (Whitehead)

Subanodermale Hämorhoidektomie (Parks)

Komplikationen:

Schmerzen

Stuhlinkontinenz

Analfissuren (Syn.: Afterriss, Analriss)

Definition

Schmerzhafter Längs-Schleimhautriss im Analbereich bzw. Analkanal. Typischerweise treten sie bei 6 Uhr in Stein-Schnitt-Lage (SSL)

Symptome

Schmerzen

Helle Blutauflagerungen auf dem Stuhl oder am Klo-Papier

Juckreiz

Nässe

Sekret-Absonderung

Ursachen

Reizung

Verletzung

Primäre Analfissur:

Verstopfung (Obstipation)

Durchfall

Sphinkterhypertonie

Sexualpraktiken

Entzündungen

Sekundäre Analfissur:

Chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED)

Infektionen mit Erregern

Leukämie

Kuhmilchallergie

Morbus Behcet

Medikamente: Ergotamin, Nicorandil, Isotretinoin, Zytostytika

Verengung des Analkanals

Operationen

Einteilung

Akut

Heilung nach ein paar Wochen

Chronisch

Längere Zeit nicht abheilend

Geschwür

Narben

Komplikationen:

Entzündliche Veränderung im Schließmuskel

Narbige Schrumpfung des Analkanals

Analfistel

Analabszess

Diagnose

Anamnese

Inspektion

Therapie

Konservativ:

Salben

Glyceroltrinitrat

Kalziumantagonisten

Zäpfchen

Analtampons

Analgesie

Muskelentspannende Medikamente

Warmes Sitzbad

Entspannt den Schliessmuskel

Ernährung (siehe unter Prophylaxe)

Balaststoffe

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Botoxinjektion vom Schliessmuskel

Entspannt den Schliessmuskel

Gefahr einer vorübergehenden Stuhlinkontinenz

Chirurgisch:

Wenn keine Heilung durch konservative Therapie

Methoden:

Analdehnung und Entfernung des erkrankten Gewebes

Fissur-Debridement (Fissurreinigung)

Drainagedreieck

Vorbereitung für die OP:

Kleiner Einlauf

Vollnarkose oder Rückenmarksnarkose

OP-Bericht

Débridement der oberflächlichen Analfissur bei … Uhr in SSL mit scharfem Löffel.

Procedere

Bedarfsanalgesie.

Dafalgan 1g p.o. bis 4x täglich bei Schmerzen

Novalgin 500mg p.o. bis 4x oder 8x täglich bei Schmerzen

Stuhlregulation mit Metamucil oder Normacol/Movicol für 6 Wochen.

Movicol Trinkfertig Btl bei Bedarf zur Stuhlregulation

Metamucil Regular zur Stuhlregulation, Einnahme mit viel Flüssigkeit

Normacol zur Stuhlregulation, Einnahme mit viel Flüssigkeit

Ausduschen der Analregion 2x tgl. und nach jedem Stuhlgang.

Einnahme von Daflon 500mg 2x täglich für 3-4 Wochen.

Applikation von Nifedipin Salbe 5-10 Min vor Defäkation

Emla Creme 5% lokal bei Schmerzen

Klinische Nachkontrolle in der kolorektalen/proktologischen Sprechstunde in 6 Wochen.

Lokale Lappenplastik (V-Y-Lappen

Vor allem nach einer erfolglosen Debridement durchgeführt

Nach der OP weicher Stuhl wichtig

Vorbereitung für die OP:

Kleiner Einlauf

Vollnarkose oder Rückenmarksnarkose

Laterale Sphinkerotomie (Interne Schliessmuskeldurchtrennung)

20-30% Stuhlinkontinenz

Nur noch in Ausnahmefällen durchgeführt

Prophylaxe

Ballaststoffe

Vollkornprodukte

Obst

Gemüse

Hülsenfrüchte

Kalorienarme Ernährung

Wasser

Ungesüsste Tee

Abführmittel

Weicher Stuhl

Bewegung, Sport

Fissurectomie-OP-Bericht

Lage:

PatientIn in SSL.

Desinfektion und steriles Abdecken in üblicher Art und Weise des Hauses.

Team-Time-Out.

Inspektion: Inspektorisch zeigt sich eine chronische Analfissur bei 8 Uhr SSL mit einer Wächtermariske bei 8 Uhr SSL, ansonsten keine Auffälligkeiten.

Die DRU ergibt eine tastbare Analfissur bei 8 Uhr SSL, ansonsten unauffällig

und die Rektoskopie ergab auch bis auf die Fissur bei 8 Uhr SSL keine Auffälligkeiten.

Nun Resektion der Wächtermariske mit dem Spitzkauter bei 8 Uhr SSL.

Die Fissur bei 8 Uhr wird umschnitten und vom Sphinkterapparat abgelöst.

Ausführliche Blutstillung.

Eine kleine venöse Blutung musste mehrfach übernäht werden.

Kontrolle auf Bluttrockenheit, welche gegeben ist.

Einführen eines Analspongostans,

Kompressenverband

Postoperatives Procedere:

- Suffiziente Analgesie

- Suffiziente Schmerztherapie

- Stuhlregulation mittels Movicol für insgesamt 6 Wochen

- Wundkontrolle beim Hausarzt in den nächsten Tagen

- Täglich mindestens zweimal Ausduschen der Wunde sowie auch nach jedem Stuhlgang

- Topische Therapie mit Lidocain (oder Xylocain) 2% 10 Minuten vor dem Stuhlgang für 6 Wochen sowie Nifedipin 0.2% Salbe zwei- bis dreimal täglich für 6 Wochen

- Kontrolle 6 Wochen postoperativ bei uns in der proktologischen Sprechstunde

Perianaler Abszess

Definition

Abszessbildung im Analbereich.

Kommt sehr häufig vor.

Ursachen

Haarwurzelentzündungen

Verstopfte Analdrüsen

Entzündliche Darmerkrankungen

Symptome

Schmerzen

Schwellungen

Rötungen

Fieber

In schweren Fällen

Wenn es ausbricht, kommt zur Entleerung vom Eiter

Bei Verbindung mit dem Analkanal kann es auch zu analem Eiter- und Blutaustritt kommen

Diagnose

Anamnese

Untersuchung

Digital-rektale Untersuchung

Proktoskopie

Ultraschalluntersuchung

MRI

Therapie

Konservativ

Abwarten

Antibiose

Analgesie

Nach einer Spontanperforation Heilung eher möglich

Operativ:

Inzision oder Abszessabdeckelung mit offener Wundbehandlung

Gelegentlich auch eine Wunddrainage mittels Easyflow

Postoperatives Procedere:

Wunde 1-2 am Tag ausdutschen sowie nach jedem Stuhlgang

Bei Bedarf Movicol und/oder Metamucil zur Stuhlsorge

Analgesie

Bei ausgedehnten Umgebungsreaktion antibiotische Therapie mittels

Ciproxin 2x400mg i.v. oder 2x 500mg p.o. für 1 Woche

Metronidazol 500mg 3x 500mg i.v. oder in Tablettenform für 1 Woche

Analfisteln

Definition

Folgezustände eines Abszesses oder im Rahmen einer entzündlichen Darmerkrankung z.B. Morbus Crohn mit Fistelganz zwischen Schleimhaut und durch die perianale Haut. Häufigkeit 20 / 100000 Einwohner. Männer sind häufiger betroffen, weil sie höheren Anzahl an Proktodealdrüsen haben.

Das Fistelapparat kann gesamtes Sphinkterapparat und Beckenboden einschliessen.

Symptome

Schmerzen, v.a. beim Sitzen und bei Defäkation

Sekretion (Stuhl, Eiter wenn es sich entzündet, Wind)

Blutungen

Juckreiz

Entzündung um den Fistel herum: Fieber, Rötung, Überwärmung, Schellung

Rezidivierede Abszessbildung

Ursachen

Entzündung der Proktodealdrüsen

Die entzündeten Drüsen bilden sich zu einem langen Gang und zur Fistel

Analabszess

Morbus Crohn

Colitis ulcerosa

Risikofaktoren:

Adipositas

Diabetes mellitus

Fettstoffwechselstörungen

Hauterkrankungen

Viel scharfe Speisen

Viel Salzkonsum

Rauchen

Alkohol

Mangelbewegung

Langes Sitzen (auf der Toilette)

Psychosozialer Stress

Einteilung

Typ I: Intersphinkter: Gänge zwischen den inneren und äusseren Schliessmuskel

Sehr häufig

Typ II: Transsphinkter: Gänge durch die beiden Schliessmuskeln

Häufig

Typ III: Suprasphinkter: Gänge zwischen Schliessmuskel und Beckenbodenmuskulatur

Selten

Typ IV: Extrasphinkter: Gänge ausserhalb des Analkanals

Sehr selten

Typ V: Submukös / Subanodermal: Direkt unterhalb der Schleimhaut des Analkanals.

Diagnose

Ananese

Untersuchung

Therapie

Meisten Operativ:

Operation hängt von Fistelart ab. Mehrere Operationen können erforderlich sein.

Ziel: Heilung und Erhaltung der Schliessmuskelfunktion

Operationsmethoden:

Fistelspaltung / Fistulotomie: Fistel wird längst aufgespalten, auch wenn zu einem geringen Teil unter Sphinktermuskel verläuft kann man eine Fistelspaltung durchführen.

Analer Fistelzapfen / Anal Fistula Plug: Gewebepropfen (aus Dünndarm von Schweinen) wird in die Fistel reingezogen und Fistel dauerhaft verschlossen.

Fadeneinlage / Seton: Zur dauerhaften Drainage der (komplexen) Analfistel, danach ist eine erneute Operation geplant.

Advanced Mucosa Flap: Fistel wird herausgeschnitten und inneren Öffnung wird zugenäht evtl. mit einenm Schleimhautlappen.

Fistelverschluss mittels LIFT: Fistel von Typ II werden zwischen den beiden Schliessmuskel unterbunden und durchtrennt.

Stammzelltransplantation: Hier wird der innere Fistelöffnung verschlossen, danach werden Stammzellen um den Fistelgang herun gespritzt

Fibrinkleber

Laserbehandlung (FILAC)

Videoassistierte Fistelbehandlung (VAAFT)

OTSC-Clip

Konservativ / Medikamentös:

Movicol Sachet 1 0 0 0

Nifedipin Crème 2% 1 0 1 0

Prokto Glyvenol Crème 1 0 1 0

Vorbeugung

Bewegung / Sport

Gesunde Ernährung (Obst, Gemüse, Vollkorn, wenig salzig, wenig schaft)

Nicht rauchen

Kein Alkohol

Komplikationen

Wiederholte Entzündungen und Abszess

Schaden am Schliessmuskel (1/3 der Fälle) – Stuhlinkontinenz

Fistelkarzinom – bei sehr lang bestehenden Fisteln

Analtumore

Definition

Analtumore sind Raumforderungen im Analbereich.

Symptome

Siehe unten

Einteilung

Analpolypen

Anale Feigwarzen

Siehe unten

Analmarisken

Therapie

Mariskektomie bei … Uhr in SSL

OP-Bericht

Fassen der Mariske bei … Uhr in SSL mit der Ellis-Klemme und vorsichtige Inzision der Haut an der Basis der Mariske.

Exzision unter Schonung der der Sphinctermuskulatur

Abgabe des Präparates ad Histologie.

Hämostase mittels bipolarem Strom.

Die Verhältnisse zeigen sich trocken

Spongostan-Einlage

Setzen eines Beckenbodenblockes mit 20 ml Ropivacain 1%.

Setzen eines Beckenbodenblockes mit 20 ml Ropivacain 1%.

Trockener Wundverband

Verlauf

Der intra- sowie postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos, so dass wir den/die Patienten/in noch am selben Tag in gutem Allgemeinzustand, schmerzfrei und mit reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen konnten.

Procedere

Bedarfsanalgesie.

Dafalgan bis 4x1g bei Schmerzen

Novalgin 500mg bis 4x täglich bei Schmerzen

Tramal 50mg bei Schmerzen alle 4-6 Stunden maximal für 1 Woche

Stuhlregulation mit Metamucil/Movicol für 6 Wochen.

Movicol Trinkfertig Btl bei Bedarf zur Stuhlregulation

Metamucil Regular zur Stuhlregulation, Einnahme mit viel Flüssigkeit

Normacol zur Stuhlregulation, Einnahme mit viel Flüssigkeit

Ausduschen der Analregion 2x tgl. und nach jedem Stuhlgang.

Einnahme von Daflon 500mg 2x täglich für 3-4 Wochen.

Emla Creme 5% lokal bei Schmerzen

Klinische Nachkontrolle in der kolorektalen/proktologischen Sprechstunde in 6 Wochen.

Analkarzinom

Siehe unten

Diagnose

Siehe unten

Therapie

Die Therapie hängt von der Diagnose ab:

Chirurgisch:

Gewebeentnahme / Biopsie

Evetl. wenn klein vollständige Entfernung und Histologie

Strahlentherapie

Chemotherapie

Anale Feigwarzen (Syn. Anale Kondylome, Spitze Kondylome, Genitale Warzen, lat. Condylomata acuminata)

Definition

Die meist verbreiteste sexual übertragbare Viruserkrankung mit gutartigen Hautwucherungen, die After, Analkanal, Penis, die Scheide oder den Gebärmutterhals befallen kann. Die Warzen können einzeln oder flächenhaft auftreten. Selten entstehen dabei Riesenkondylomen (Buschke-Löwenstein-Tumoren), die wie groß, blumenkohlartig wachsen und sich maligne entarten können (verruköses Plattenepithelkarzinom).

Erreger: Humane Papillomavirus (HPV), vor allem Typ 16 und 18

Die Erreger befallen vor allem Patienten mit einer Immunschwäche und können auch zum Analkarzinom führen.

Inkubationszeit: 4-8 Wochen nach Infektion bilden sich erst die Warzen. Es wuchert die obere Hautschicht (Epidermis) spitz nach oben und bilden stecknadelkopfartige, mehrere Zentimeter große Warzen, welche weich und rötlich, grau-bräunlich oder weißlich gefärbt sind.

Feigwarzen können im Allgemeinen maligne entarten (Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs, Analkarzinom)

Beschnittene Männer sind weniger anfällig für die Genitalwarzen.

Risikofaktoren

Homosexuelle Männer

Analverkehr

Direkte Hautkontakt

Kontaminierte Gegenstände

Oralverkehr

Übertragung bei Geburt aufs Kind

Ungeschützter Geschlechtsverkehr (keine Kondome)

Rauchen

Geschwächtes Immunsystem

Andere Genitalinfektionen (Chlamydien, Genital-Herpes)

Keine HPV-Impfung

Symptome

Keine speziellen Symptome

Je nach Lokalisation evtl.:

Juckreiz

Brennen

Schmerzen

Dysurie, schwacher Harnstrahl

Blutungen

Psychische Belastung

Diagnose

Klinische Diagnose

Proktoskopie

Laboruntersuchung

Differenzialdiagnosen

HIV

LUES

Gonorrhoe

Syphilis

Therapie

Nicht-chirurgisch:

Bepinselung mit Podophyllin

Das Podophyllin-Toxin ist ein starkes Spindelgift, das zytotosich wirkt.

Aldara 5% Creme (Imiquimod): Topische Behandlung

Creme oder Zäpfchen 3x pro Woche abends über die Nacht, am Morgen ausgeduscht.

Therapie bis maximal 4 Monate

Über Entzündung zum Abtöten der Erreger

Vor allem bei kleinen Warzen (<5mm) eingesetzt

Nebenwirkungen:

Lokale Entzündung

Juckreiz

Brennen

Evtl. in Kombination mit Laser

Chirurgisch: Abgetragene Warzen immer im Labor anschauen und HPV-Typ bestimmen

Chirurgische Entfernung der größeren Warzen

Kleine und vereinzelte Warzen können auch mit Skallpel entfernt werden

Bei massivem Befall Abtragung durch CO2-Laser im Operationssaal mit Rauch-Absaugsystem, denn Viren können eingeatmet und zu Warzen in oberen Atemtrakt führen

Alternativ dazu noch Kryotherapie

Ambulant durchgeführt

Analkarzinom

Definition

Bösartiger Tumor im Bereich des Afters (Analkanalkarzinome 75%, Analrandkarzinome 25%)

1-2% aller kolorektalen Karzinome

3-4% der anorektalen Karzinome

Inzidenz: 1/100 000 (zunehmend)

m:w = 1 : 1.5-3

Analrandkarzinome 4x häufiger bei Männer

Altersgipfel: 60-70 LJ. Bei Analkanalkarzinom, 50-60 LJ. Bei Analrandkarzinom

Ursachen

Unbekannt

Risikofaktoren:

HPV (Subtypen 16 und 18 sowie 33 und 45) – vor allem bei HIV Patienten

bei über 80% aller Analkarzinome nachweisbar

Condylomata accuminata

Durch Papillomaviren ausgelöst

Kann zw. 5-40 Jahren auch in Analkarzinom übergehen

Zervixkarzinom (5x fach höheres Risiko)

Abschwächung des Immunsystems

HIV-Infektion

Immunsuppremierte Transplantpatienten

Z. n. Radiatio

Homosexualität

Homosexuelle Männer deutlich häufiger betroffen

Mechanische Irritationen des Analkanals

Bei Frauen Zusammenhang mit:

Herpes simplex Virus

Chlamydia trachomatis

Bei Männer Zusammenhang mit:

Gonorrhö

Rauchen

Steigende Anzahl von Sexualpartner

Positiver Herpes simplex Titer

Analfisteln (meist Muzinöses Adenokarzinom des Analkanals)

Therapie:

Abdominoperineale Rektumextripation

Fistel mit Plattenepithelkarzinom-Anteilen: Vor der OP eine Radiochemotherapie anstreben

Chronische Fissuren

Lang bestehende Hämorrhoiden

Lymphogranuloma venoreum

Leukoplakien

Symptome

Schmerzen beim Stuhlgang

Perineales Brennen

Pruritus (Juckreiz)

unspezifisch

Leichte Blutungen

Perineal

Blutauflagerung beim Stuhlgang

Schleimsekretion

Fremdkörpergefühl

Anale Schwellung

Tenesmen (Schmerzhafter Harn- und Stuhldrang)

Verstopfung

Chronischer Ulcus

Lymphadenopathie inguinal

Stuhlunregelmässigkeit

Inkontinenz

Vergrößerte inguinale Lymphknoten

Abgeschlagenheit

Gewichtsverlust

Nachtschweiss

Auch andere anale Beschwerden können mit Analkarzinom begleitend auftreten

Unregelmäßig geformter Stuhlgang (Bleistiftstuhl)

Diagnose

Anamnese

Labor: Blutbild, Leberwerte, Tumormarker CEA, SCC

Proktologische Untersuchung:

Inspektion, Sphinkterinsuffizienz, Analkanalverformung

Digital-Rektale Untersuchung: Wenig dolent, Tumor leicht verletzlich, Ulcus, Sphinkterinsuffizienz

Palpation inguinale Lymphknoten: Schwellungen, Schmerzen

Proktoskopie/Rektoskopie und Biopsie: Kleine Läsionen Totalbiopsie

Biopsie: Jede atypische Läsion biopsieren, vor allem wenn es von 4-6 Wochen nicht abheilt. Analkarzinom kann auch mit banalen Analproblematik begleitet sein.

Daher alles Resektionen histologisch anschauen lassen.

Transanale/endorektale Sonographie: Tumoreindringtiefe beurteilt

Koloskopie: Zweittumor, Polypen, Entzündungen

Abdomensonographie: Metastasen, Nierenstau

Röntgen-Thorax in 2 Ebenen

MRT-Becken: Tumorausdehnung, Umgebungsinfiltration

Spiral CT: Metastasen

PET-CT: Metastasen

Bei lokal fortgeschrittenen

Gynäkolog. Untersuchung

Urologische Untersuchung

Feinnadelpunktion von inguinalen Lymphknoten

Lebersono

Differenzialdiagnosen

Rektumkarzinom

Andere anale Beschwerden (benigne)

Andere Hauttumoren: Melanom, Fibrom, Mb. Bowen, Mb. Paget, Kaposi-Sarkom

Einteilung

Je nach Lokalisation:

Analkanalkarzinome

75% der Analkarzinome

Plattenepithelkarzinome des Analkanals mit basaloide Differenzierung

metastasierend

Behandlung primär durch Radio-Chemotherapie

Analrandkarzinome: Wegen dem verhornten Plattenepithel kommen vor allem folgende Karzinome dort vor (wie Hautkarzinome)

Plattenepithel- und Basalzellkarzinome (Basaliome)

Basallzellkarzinome (Basaliome) der Analrandhaut lokal infiltrativ aber nicht metastasierend

Behandlung der Basallzellkarzinome der Analrandhaut primär durch chirurgische Resektion

Plattenepithelkarzinom

T1,N0: lokale Exzision

Wenn keine adäquate Resektion Re-Exzision oder lokale RT mit/ohne 5-FU basierte Chemotherapie

Histologische Einteilung

Plattenepithelkarzinome (meist)

75-80% der Analkanalkarzinome

90% der Analrandkarzinome

Therapie: Meist simultane Radiochemotherapie

Adenokarzinome (selten)

Ca. 20% der Analkanalkarzinome

Formen:

Rektumstyp – kolorektaler Übergang

Analkarzinom der Analdrüsen

In anorektalen Fisteln

Eher radikale chirurgische Resektion

Hochgradige intraepitheliale Neoplasien (AIN)

Isoliert im Analkanal

Im Randbereich invasiver Karzinome (Carcinoma in situ)

Kleinzelliges Karzinom

Undifferenziertes Karzinom

Paget-Tumoren

Karzinom perianaler Drüsen oder Hautanhangsgebilde

Behandlung: wie Analkarzinom

Kein Karzinom: Lokale Exzision

Basalzellkarzinome

Apokrines Karzinom

Malignes Melanome

Analbereich ist die 3. häufigste Lokalisation des malignen Melanoms

Therapie: Chirurgische Resektion

Bei 1.5-2 mm Tumordicke: Lokale Exzision, ansonsten abd. perineale Rektumextripation

Tumordicke zw. 3 und 4 mm: beidseitige elektive inguinale LK-Dissektion

Verruköses Karzinom

Morbus Bowen

Intraepitheliale Neoplasie

Therapie: Lokale Exzision

Bei invasivem Wachstum: wie Plattenepithelkarzinom

Metatasierung:

Lymphogen (inguinal, retroperitoneal)

Hämatogen (über V. portae und V. cava inferior in die Leber und Lunge)

TNM-Klassifikation:

Tumor

Tx: Primärtumor nicht beurteilbar

T0: Kein Primärtumor

Tis: Carcinome in situ

Morbus Bowen

Hochgradige plattenepitheliale Läsion (HISL)

Anale intraepitheliale Neoplasie (AIN II-III)

T1 Tumor <= 2 cm

T2 Tumor > 2 cm <= 5 cm

T3 Tumor > 5 cm

T4 Tumor infiltriert Nachbarorgane (Vagina, Urethra, Harnblase)

Lymphknoten (Nodes)

Nx: Regionäre LK können nicht beurteilt werden

N0: Keine regionären Lymphknoten betroffen

N1: Perirektale LK-Metastasen

N2: LK-Metastasen entlang der A. iliaca interna (Beckenlympknoten) und/oder inguinal einseitig

N3: LK-Metastasen perirektal und inguinal (Beckenlyphknoten) und/oder entlang der A. iliaca interna (Beckenlymphknoten) und/oder inguinal beidseits

Metastasen bzw. Fernmetastasen

Mx: Metastasen nicht bekannt

M0: Keine Fernmetastasen diagnostiziert

M1: Fernmetastasen vorhanden

UICC-Stadien

Stadium 0: Tis, N0, M0

Stadium 1: T1,N0, M0

Stadium 2: T2/T3, N0, M0

Stadium 3a: T1/T2/T3, N1, M0 oder T4, N0, M0

Stadium 3b: T4, N1, M0 oder jedes T, N2/N3, M0

Stadium 4: Jedes T, jedes N, M1

Grading

Gx: nicht bestimmbar

G1: gut differenziert

G2: mässig differenziert

G3: schlecht differenziert

G4: undifferenziert

Bezüglich Adeno- und Plattenepithelkarzinom:

Gut und mäßig differenziert - Low grade

Schlecht und undifferenziert (G4) – High grade

Therapie

Konservativ

Indikationen:

Analkanalkarzinome (primär)

Radiochemotherapie: im Vordergrund

Bessere Überlebensraten und meist mit Sphinktererhaltung

Wenn hochgradige Tumorstenose vor Beginn der Therapie eine Kolostomie anlegen

5-Fluorouracyl, Mitomycin C und Radiotherapie (Nigro)

5 JÜR 75%

Lokalrezidivrate 9%

Bei Tumorpersistenz nach Radiochemo:

Lokale Tumorextripation

Abdominoperineale Rektumextripation

Erneute Radiochemotherapie nach 6 Monaten

Analrandkarzinome > 2 cm

Primär Resektion

Wenn inadäquate Re-Resektion oder metastasiert: lokale RT +/- 5FU-Chemotherapie

Wenn Resektion nicht möglich Radiochemotherapie

Chemotherapie

Mitomycin C, 5-Fluorouracyl

Bei schlechter Datenlage: Cisplatin mit 5-Fluorouracyl

Strahlentherapie

Prä- bzw. postoperativ: Keine Besserung versus Chirurgie alleine

Indikation:

Evtl. im Frühstadium (T1,N0) nach Tumorresektion möglich

Gute lokale Kontrolldaten

Bei R1-Situation

Adjuvante Strahlentherapie

Perkutane Bestrahlung mit ultraharten Rö-Strahlen eines Linearbeschleunigers bei:

Tumore des Analkanals

Lokal fortgeschrittene und entdifferenzierte Tumoren des Analkanals (G3) sowie inguinale LK

Nebenwirkungen auf Dünndarm und Blase reduziert

Bestrahlung vom Primärtumor und LK bei A. iliaca communis, externa und interna

Boost

Kombinierte Radiochemotherapie

Indikationen

Primär bei lokalfortgeschrittenen Tumoren (T2-T4, N0-N2)

Bei R1 und T2-Tumoren

Bei R2-Resektionen

5 JÜR 56-92% (ca. 75%)

Sphinktererhaltung möglich

Kombination von 5-Fluorouracyl mit Mitomycin C und Bestrahlung (55-66 Gy)

Lokalrezidivrate ca. 20%

Keine Inkontinenz (Sphinkter erhalten)

Biosie-Kontrolle nach 1-2 Monaten

Operativ: Evtl. auch eine Sentinel-Lymphknotenbiopsie durchführen

Skinektomie:

Carzinoma in situ (Mb. Bowen)

Anale intraepitheliale Neoplasie (AIN)

Vulväre intraepitheliale Neoplasie (VIN)

Mb. Paget

Lokale Exzision - TEM

Analrandkarzinome < 2 cm (Sphinkter erhalten)

5 JÜR 80-90%

Lokalrezidivrate 20-78%

Auch bei kleinen Adenokarzinomen des Analkanals

Sehr selten

Bei inkompletter Resektion: Additiv Radiochemotherapie

Auch bei primär infiltrativ wachsenden Tumoren ohne Metatasen (Mb. Bowen) durchgeführt

Abdominoperineale Rektumextripation

Adenokarzinom des Analkanals

Selten

Tiefsitzendes Rektumkarzinom

Chirurgie, wenn 6 Monate nach Radio-Chemotherapie ungenügendes Ansprechen oder Rezidiv

Boost

Lokale Tumorexzision oder Salvage-Operation (Abdominoperineale Rektumamputation)

5 JÜR 60%

Krankheitsfreie 5 JÜR 31%

Sowie radikale Lymphadenektomie inguinal nur bei Befall

Bei N1-N3 und M0

Metastasen-Resektion

Inguinale LK-Metastasen-Resektion

Bei Patienten mit klinischer LK-Befall nach Radiochemotherapie

Entfernung von Lungen- und Lebermetastasen

Indikation im Tumor-Board gestellt

Palliativ

Doppelläufige Sigmoidostomie (Tumorstenose)

Ileus-Vorbeugung

Chemotherapie (Tumorstenose, Fernmetastasen)

Radiotherapie

Lokale Elektrokoagulation

Laserdesobliteration

Photodynamische Therapie

Nachsorge

Klinische, lokale Untersuchung

Inspektion

Palpation

Proktoskopie

Proktoskopie

Evtl. Mit Stanzbiopsie

Endosonographie

Abdomensono

Thorax-Rö in 2 Ebenen

MRT bzw. Spiral-CT kleines Becken

Labor

BB

Tumormarker

CAE

SCC

Prognose

Primärtumorgröße und LK-Status für Prognose entscheidend

Weniger differenzierte: schlechte Prognose

5 JÜR 80% für T1 und T2

5 JÜR bei Sphinkterinfiltration oder LK-Metastasen bei 50%

Lokal-Rezidivrate nach Radiochemotherapie ca. 20%

Koprostase (Verstopfung, Obstipation)

Definition

Verstopfung. Normalerweise hat man 3x pro Tag bis 3x pro Woche Stuhlgang. Wenn es weniger als 3x pro Woche man Stuhlgang hat spricht man von Obstipation.

5-10% aller Erwachsenen leidet an chronischer Obstipation.

Symptome

Übelkeit, Erbrechen

Fieber

Geblähtes Abdomen

Bauchschmerzen

Ursachen

Stress

Ungesunde Ernährung

Hastiges Essen und Trinken

Wenig Ballaststoff-Zufuhr

Wenig Trinken

Mangelnde Bewegung

Veränderte Lebensumstände

Umzug

Reisen

Urlaub

Schichtarbeit

Nachtschicht

Erkrankungen

Nerven- oder Muskelerkrankungen

Morbus Parkinson

Multiple Sklerose

Muskeldystrophie

Myasthenia gravis

Darmerkrankungen

Reizdarmsyndrom

Entzündliche Darmerkrankungen

Divertikulitis

Morbus Crohn

Darmverwachsungen

Darm-Tumore

Gutartig

Bösartig

Störungen im Hormonhaushalt

Hypothyreose

Medikamente

Analgetika

Opiode

Diuretika

Lasix/Torem

Antihypertensiva

Beta-Blocker

Calcium-Antagonisten

Laxanzien-Missbrauch

Movicol

Einteilung

Akut

Chronisch

Beschwerden über 12 Wochen anhaltend

Diagnose

Anamnese

Klinik

Rö-Abdomen

CT, MRI

Therapie

Ausreichend Flüssigkeitszufuhr

Ballastreiche Kost (Stuhlverflüssigung)

Abführende Massnahmen

1-2 Liter Movipreb

Einlauf mittels Clysie sowie zur Stuhlsorge Laxoberon-Tropfen 10-0-10 bzw. Movicol Trinklösung 1x täglich bei Bedarf

Laevolac 4x1 EL

Komplikationen

Ileus

Pilonidalsinus

(Synonym: Steißbeinfistel, Sakraldermoid, Haarnestgrübchen)

Definition

Entzündliche Fistelbildung im Bereich der Rima ani aus Haarfollikel. Diese entsteht durch Einwachsen abgebrochener Haare in die Haut, die weiter in die Haut gerückt werden. Durch eine Abszessbildung entstehen dort vermehrt Fisteln, die tief weiterlaufen oder in die Haut ausgeleitet werden. Bei Nichtbehandlung maligne Entartung auch möglich

Lokalisation

Steißbein: meistens

Nabel

Penisbereich

m:w = 2:1

Durchschnittsalter: 20-30 Lebensjahr

Inzidenz: 48/100 000

Symptome

Schmerzen

Schwellung

Rötung

Fieber

Diagnose

Anamnese

Klinische Untersuchung: In Bauchlage oder Linksseitenlage

Inspektion

Palpation

Sekret aus Fistel durch Druck auf Fistelumbegung möglich

Einteilung und Therapie

Asymptomatisch

Fisteln ohne Eröffnung

Therapie: Analhygiene, Entfernen der Haare

Akut abszedierend

Schwellung, Rötung, Schmerzen, Fieber

Therapie

Schritt 1: Inzision des Abszesses

Schnitt 2: Elektive Operation

Chronisch entzündlich

Rezidivierende eitrige Sekretion

Beschwerden abwechselnd

Elektive Operation

Methylenblau in Fistelgänge eingespritzt, um die Fistelgänge sichtbar zu machen

Exzision der Fistelgänge

Sekundäre Wundheilung durch offenlassen

Weniger Rezidive

Längere Wundheilung

Oder Verschluss durch Naht

Häufiger Rezidive

Wund schnell verschlossen

Zusätzlich Antibiose

Oder Verschluss durch Lappenplastik („off-midline“-Verfahren)

Karydakis-Lappen

Limberg-Lappen

Cleft-Lift-Verfahren

Minimal invasiv

Bei nicht vor operierten

Proktitis

Definition: Eine Entzündung des Rectums.

Folgt ...

Rektumprolaps (Enddarm-Vorfall)

Definition

Das Rektumprolaps ist ein Vorfall des Enddarms mit sämtlichen rektalen Wandschichten durch den Anus. Es kann spontan oder durch Stuhlentleerung ausgelöst werden. Häufig gleitet er wieder von alleine wieder zurück oder muss mit der Hand wieder reponiert werden. Betrifft eher Frauen, vor allem bei Patienten zwischen 20 und 30. Lebensjahr oder nach dem 50. Lebensjahr.

15% der Betroffenen leiden auch an einem Vorfall der Blasé (Zystocelle) oder der Gebärmutter (Uterusprolaps).

Ätiologie

Häufig unklar, wahrscheinlich durch eine Fixationsschwäche des Enddarms im Beckenbereich (Beckenbodenschwäche), auch eine chronische Verstopfung ode rein chronischer Durchfall ausgelöst. Öfters ist es begleitet mit einer Schliessmuskelschwäche und einem langen Enddarm.

Symptome

Darmvorfall mit Stuhlinkontinenz, persistierendem Stuhldrang und erschwerter Analhygiene (Nässen, Blutverlust, Schleimabgang). Chronische Verstopfung.

Diagnose

Klinisch, Patient wird aufgefordert zu pressen, um den Ausmass des Vorfalls zu erkennen. Dabei zeigt das Rektumprolaps Schleimhaut mit zirkulärer Fältelung.

Um weitere Begleiterkrankungen zu verifizieren wird eine Kolonoskopie oder Sigmoidoskopie durchgeführt.

Einteilung

Grad I: Unsichtbare, innere Einstülpung (Intussuszeption)

Grad II: Sichtbarer Prolaps mit spontaner Reposition

Grad III: Sichtbarer Prolaps, manuelle Reposition erforderlich

Grad IV: Reposition nicht möglich

Differentialdiagnosen

Analprolaps, der beim Pressversuch eine radiäre Fältelung zeigt.

Therapie

Je nach Schweregrad unterschiedlich, ballastreiche Ernährung empfohlen.

Repositionierung durch:

Rektumaplikation mit Zucker

Kopftieflagerung

Großzügige Sedierung

Kleine Rektumprolaps kann mit Gummibandligaturen behandelt warden.

Ausgeprägte Formen können chirurgisch mittels Fixation des Mastdarms am Sakrum, Resektion der Übernähung (Plikatur) des überschüssigen Darm behandelt. Die Operation wird entweder minimal invasive sowie transabdominal oder local (perineal, transanal) durchgeführt. Wenn der betroffene Teil des Rektums bereits inkarzeriert, muss dieser Anteil reseziert werden.

Abdominelle Rektopexie (offen oder laparoskopisch): Mastdarm wird ans Sakrum mit oder ohne Fremdmaterial (Netz) fixiert.

Transanale Rektumresektion (Altenmeier): Transanal wird das Rektum und redundantes Sigma reseziert. Die Anastomose wird in Höhe des Übergangs zwischen Haut und Mastdarm (Linea Dentata) durchgeführt.

Rektumresektion von perineal (Rehn Delorme): Bei Patienten, die eine Vollnarkose nicht vertragen, wird eine Trennung der inneren Schicht des Mastdarms im Bereich des inneren Schließmuskels durchgeführt.

Ad Grad1: Normal keine chirurgische Therapie nötig, Darmeinstülpung kann mit einem Klammergerät entfernt warden (STARR-Operation). Dies kann auch bei kleinen Prolaps (3-4cm) durchgeführt werden mit 2-3 Tagen Spitalaufenthalt.

Longo

Standardoperationen für höhergradigen Vorfälle: Operation nach Rehn-Delorme sowie nach Atlemeier. Weiters kann man eine Rektopexie mit oder ohne Darmanteilresektion.

Anale Inkontinenz

Definition

Anale Inkontinenz ist die Unfähigkeit Stuhl oder Winde zurückzuhalten. Die Patienten leiden darunter enorm, vor allem was Körperhygiene und Lebensqualität betrifft. Bis zu 3% der Bevölkerung betroffen und häufig bei älteren Menschen vorgefunden.

Ursachen

Spina bifida (80%)

Multiple Sklerose (51%)

Traumatische Rückenmarksverletzungen (27-70%)

Diabetes mellitus (20%)

Schlaganfall

Alzheimer-Krankheit

Gehirntumor

Querschnittslähmung

Hämorrhoiden

Durchfall

Mastdarmvorfall

Tumoren

Störungen des Beckenbodens

Kongenitale Schäden

Sphinkterdefekt

Fistelspaltung

Dammriss

Abszesse

Entzündung

Mb. Crohn

Colitis

Psychisch

Diagnose

Anamnese

EMG (Elektromyogramm)

Anale Sonographie

Defäkographie

Einteilung

Grad 1: Unfähigkeit Winde zurückzuhalten

Grad 2: Unfähigkeit flüssigen Stuhl zurückzuhalten

Grad 3: Unfähigkeit geformten Stuhl zurückzuhalten

Scores

Cleveland Clinic-Score

Kelly- Score

CACP- Score

Pescatori- Score

Rockwood- Score

Therapie

Je nach Ursache.

Entzündungen: Medikamentös

Tumoren, Vorfall von Schleimhaut oder Darmwand: Operation

Künstlicher Schließmuskel

Weitere Behandlungsmöglichkeiten:

Frühe Abklärung und Evaluierung der Behandlungsmöglichkeiten

Vorlagen mit passenden Fixierhosen, Einlagen, Windeln

Fäkalkollektor, Analtampons, Stuhkdrainagesystem.

Planung von Lebensaktivitäten, Reisen, der Wohnung und andere Hilfsmittel

Rektumkarzinom

Rektumpolyp

Rektaler Fremdkörper

Periproktischer Abzsess

Proctalgia fugax

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